Reckendorfs Nikolaus steckt niemanden mehr in den Sack

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Karlheinz Fuchs ist in Reckendorf seit 30 Jahren Bischof Nikolaus Foto:privatKarlheinz Fuchs ist in Reckendorf seit 30 Jahren Bischof Nikolaus Foto:privat
Karlheinz Fuchs ist in Reckendorf seit 30 Jahren Bischof Nikolaus Foto:privatKarlheinz Fuchs ist in Reckendorf seit 30 Jahren Bischof Nikolaus Foto:privat
 
 
 

Schon seit 30 Jahren kommt der Nikolaus zu den Kindern in Reckendorf. Am Nachmittag des 6. Dezembers 1983 kamen drei Arbeitskollegen spontan auf den Gedanken, die Kinder von Freunden und Bekannten zu besuchen.

Sie hatten die Idee, als Nikolaus und Knecht Rupprecht mit einer romantisch geschmückten Pferdekutsche bei den Kindern vorbeizufahren. Es handelte sich um Hermann Müller (Kutscher), Bruno Emig (Ruprecht) und Karlheinz Fuchs (Bischof Nikolaus). Gesagt getan. Es wurden Gewänder besorgt, Ausrüstung gebastelt und um nicht mit leeren Händen zu kommen, einige kleine Geschenke gepackt.

Die Überraschung war groß, als die Drei auftauchten. Was damals noch nicht klar war: die Besuche endeten feuchtfröhlich. Letztendlich wurde auch den örtlichen Brauereigaststätten ein Besuch abgestattet und so machen "Hocker" mit der Rute gedroht. Mit "Hallo" und lautem Klingelgetön liefen sie anschließend schweren Schrittes nach Hause.

In den ersten Jahren war noch Zeit, die Kinder zu Hause zu besuchen. Als sich dies jedoch immer schwieriger gestaltete, da der Nikolaus bei vielen Kindern um die selbe Uhrzeit bestellt wurde, hat sich am Nikolaustag etwas geändert.

Die Vereine des Ortskulturrings waren begeistert und gaben einen Obolus für Geschenke an den Nikolaus weiter, so dass alle Kinder in Reckendorf, Laimbach und Manndorf beschenkt werden konnten.

Allen half der damalige Reitverein, organisiert von Anne Scharold, dem Nikolaus auf die "Sprünge". Anne Scharold übernahm mit ihrer Kutsche und den Beifahrerinnen Inge Sebald und Silke Mergner den Transport der Gabenbringer und der Geschenke. Allerdings wird es immer schwieriger eine Kutsche für den Tag zu bekommen, sodasss der Nikolaus immer mal wieder zu Fuß unterwegs ist.

Auch der Knecht ist jetzt ein anderer (Gerhard Güthlein), denn das Tragen der schweren Säcke ist anstrengend, so dass ab und an neue Kräfte gebraucht werden.

Anfangs wurde nicht nur Süßes ausgeteilt, es wurden auch böse Buben in den Sack gesteckt. Was natürlich anschließend mit lautem Gelächter endete. Heutzutage jedoch ist so etwas nicht mehr nötig, da immer wieder zu beobachten ist, wie die Kinder still und brav vor dem "echten" Nikolaus stehen.

Es bildete sich auch ein Nikolausteam, bestehend aus den Frauen der Beteiligten und deren Bekannten. Sie machen die Geschenkpäckchen am Vortag hübsch zurecht.

Der Nikolaus schaut auch gern im Kindergarten vorbeischaute. Von dort wird er abgeholt. Am Patronatstag des heiligen Nikolaus bereicherte er schon das Festamt mit in der Pfarrkirche Reckendorf.

Auch am Freitag wird er gegen 16.30 Uhr in Laimbach eintreffen, um dann anschließend nach Manndorf, Untermanndorf über Zeitzenhof nach Reckendorf zu fahren und am Dorfplatz gegen 18 Uhr seine Päckchen vor der Krippe neben der Kirche an die Kindern verteilen. Die freudig teilweise auch ängstlich leuchtenden Kinderaugen werden wie jedes Jahr wieder der Beweis dafür sein, das der "echte" Nikolaus in Reckendorf willkommen ist.