RAPA: Autozulieferer aus Selb eröffnet neues Werk in China
Autor: Erik Jasper
Selb, Donnerstag, 10. Sept. 2026
Der oberfränkische Autozulieferer RAPA expandiert weiter in China. Bei der Inbetriebnahme seiner zweiten Produktionsanlage war auch ein früherer deutscher Spitzenpolitiker anwesend.
Der Automobilzulieferer RAPA aus Selb im Landkreis Wunsiedel hat am 2. September 2026 ein neues Werk in China eröffnet. Mit der bereits zweiten Anlage am Standort Jintan im Osten des Landes baut das oberfränkische Unternehmen seine internationalen Produktionskapazitäten weiter aus.
Wie auch im Fall des 2024 in Produktion gegangenen ersten Werks, für das RAPA im Vorfeld Investitionen in Höhe von etwa 23 Millionen Euro angekündigt hatte, handelt es sich um ein Mega-Projekt - dieses Mal sollen rund 20 Millionen Euro in den neuen Standort und die Produktionsanlagen fließen. Wie RAPA in einer offiziellen Mitteilung erklärt, steht die lokale Produktion der Motor-Pumpen-Einheit (MPE) für den chinesischen Automobilmarkt im Mittelpunkt.
Oberfränkische Firma RAPA baut Produktion in China aus
"Die Produktion im neuen Werk ist bereits angelaufen. Gefertigt wird dort die Motor-Pumpen-Einheit (MPE) für den chinesischen Automobilhersteller SERES", schreibt die Firma. Mit der lokalen Fertigung bringe RAPA "eines seiner bedeutenden Automotive-Produkte" nach China. Die elektrohydraulische Motor-Pumpen-Einheit sei eine zentrale Komponente für aktive Fahrwerksysteme. "Sie ermöglicht eine hochdynamische Regelung des Fahrwerks und trägt dazu bei, Wank-, Nick- und Hubbewegungen des Fahrzeugs gezielt auszugleichen", heißt es weiter. Die Produktion vor Ort verkürzt laut RAPA die Wege zum Kunden und schaffe zudem die Voraussetzungen für weitere Projekte im chinesischen Markt.
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Ebendiesen bezeichnet RAPA in seiner Mitteilung als "Schlüsselmarkt" mit entscheidender Wichtigkeit: "China zählt zu den dynamischsten und wettbewerbsintensivsten Automobilmärkten weltweit. Chinesische Automobilhersteller gewinnen auch international zunehmend an Bedeutung". Deshalb bezeichnet RAPA die Präsenz in China als "wichtigen Bestandteil der internationalen Ausrichtung", die weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern im chinesischen Markt ermögliche.
"Der chinesische Automobilmarkt entwickelt sich mit enormer Geschwindigkeit und hat längst Einfluss auf den globalen Wettbewerb. Für uns ist deshalb klar: Wir wollen diese Entwicklung nicht aus der Distanz beobachten, sondern vor Ort Teil davon sein", wird Dr. Roman Pausch, Vorstandsvorsitzender der RAPA SE, zitiert. Vor einigen Monaten hatte auch ein anderer fränkischer Autozulieferer seine Beziehungen in die Volksrepublik gestärkt - nun befindet sich die Firma zum großen Teil in chinesischer Hand.
Ex-Innenminister Friedrich besucht Eröffnung in Jintan
Tatsächlich war RAPA vor den Werken in Jintan bereits in Form eines Vertriebsbüros in Shanghai seit 2020 in China vertreten, heute beschäftigt man nach eigenen Angaben 315 Mitarbeitende in China. Bei der offiziellen Eröffnung des neuen Werks waren laut RAPA zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Kunden und Partner vor Ort - unter anderem der aus Oberfranken stammende ehemalige Innenminister Hans-Peter Friedrich. In dessen Heimatstadt Naila musste ein Industriebetrieb in diesem Sommer schließen.