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Labor-Team aus Marktredwitz feiert historischen Triumph - "gab es noch nie"


Autor: Ralf Welz

Marktredwitz, Sonntag, 16. August 2026

Jubel in Oberfranken: Das Gesteinslabor des Bayerischen Landesamts für Umwelt hat bei einem weltweiten Wettbewerb einen Spitzenplatz belegt - das beste bayerische Ergebnis aller Zeiten.
Das LfU-Gesteinslabor in Marktredwitz belegte beim internationalen Wettbewerb „Reynolds Cup" den fünften Platz unter 108 teilnehmenden Laboren weltweit.


Das Gesteinslabor des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) im oberfränkischen Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) hat beim internationalen Wettbewerb "Reynolds Cup" den fünften Platz unter 108 teilnehmenden Laboren weltweit belegt. Der Wettbewerb gilt als global bedeutendster Vergleichstest für die quantitative Analyse von Tonmineralen und tonhaltigen Gesteinen. Für das LfU-Labor war es die erste Teilnahme an dem Wettbewerb. Und zugleich gab es einen Triumph zu feiern.

Nach Angaben der Behörde hatte es zuvor noch kein bayerisches Analyselabor unter die fünf besten Labore weltweit geschafft. "Das gab es noch nie", hält das Landesamt mit Blick auf die eigene Glanzleistung fest. "Der Wettbewerb ist nicht nur ein Gütesiegel für das Labor", betonte Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am LfU, nach der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse. "Es hat auch einen handfesten wirtschaftlichen Aspekt. Eine falsch gemessene Zusammensetzung eines Naturgesteins wie Ton, Bentonit oder Kaolin kann den Herstellungsprozess von Ziegel, Keramik und Porzellan ruinieren und im schlimmsten Fall sogar Schäden in den Fertigungsanlagen verursachen."

Erfolg bei "Reynolds Cup": Marktredwitzer Gesteinslabor zählt zu den Besten der Welt

Der "Reynolds Cup" gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft der Gesteinsanalytik und wird seit 2002 alle zwei Jahre ausgetragen. Teilnehmen können kommerzielle, universitäre und behördliche Labore aus aller Welt. Die Aufgabe ist in jedem Durchgang identisch: Drei völlig unbekannte Gesteine in Pulverform müssen auf ihre exakte mineralogische und chemische Zusammensetzung untersucht werden. Bei der Wahl der Analysemethoden sind den teilnehmenden Teams keine Grenzen gesetzt.

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Im aktuellen Wettbewerb standen laut Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Umwelt wirtschaftlich bedeutsame Mineralmischungen aus Eisenerz-, Lithium- und Seltenen-Erden-Lagerstätten im Mittelpunkt. Die genaue Zusammensetzung der synthetischen Gesteinspulver – die natürlichen tonhaltigen Gesteinen nachempfunden sind – ist vorab nur dem vorherigen Sieger bekannt, der traditionell als Ausrichter des folgenden Wettbewerbs fungiert. Im Jahr 2026 übernahmen Mark Raven und Peter Self von der australischen Forschungsorganisation CSIRO diese Rolle. Für die Untersuchungen standen den Laboren jeweils rund vier Gramm Material pro Probe zur Verfügung.

Das Team des LfU-Gesteinslabors setzte auf eine Kombination aus Röntgendiffraktometrie und Röntgenspektroskopie sowie Elementar- und Rietveld-Analysen. Mit diesen Röntgenverfahren lässt sich ermitteln, welche Minerale und chemischen Elemente in welchem Umfang in einer Probe enthalten sind. An dem Wettbewerb nahmen in diesem Jahr insgesamt 108 Labore teil.

Team aus Marktredwitz gelingt direkt der Einzug in die Top Five - bayernweites Novum

Bei seiner ersten Teilnahme gelang dem Team aus Marktredwitz direkt der Einzug in die Top Five. Dr. Markus Peltz, Leiter der Mineralanalytik am LfU, beschrieb das Ergebnis: Zunächst sei es bereits ein großer Erfolg gewesen, die Marke von 100 Fehlerpunkten zu unterschreiten. Die anschließende Nachricht über den fünften Platz sei eine besondere Anerkennung für die intensive Arbeit des gesamten Teams gewesen. Das LfU-Labor erhielt dafür eine ehrenwerte Erwähnung bei der Preisverleihung.

Den Wettbewerb gewann erneut Steve Hillier mit seiner Gruppe vom James Hutton Institute aus Schottland. Den zweiten Platz belegte das kommerzielle Analyselabor QMineral aus Belgien. Die Plätze drei und vier gingen an die University of British Columbia (Kanada) sowie die Clay Mineral Research Group der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Laut Angaben des Landesamts bilden Vergleichstests wie der "Reynolds Cup" für Labore einen wichtigen Bestandteil der Qualitätssicherung. Sie ermöglichen es demnach, Laborroutinen an unbekannten Materialien zu erproben und weiterzuentwickeln sowie Ergebnisse mit anderen Einrichtungen zu vergleichen und wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen.

Eine Gartenbesitzerin im unterfränkischen Haßfurt hat derweil vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und vom Naturschutzverband LBV eine begehrte Auszeichnung erhalten.

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