Freistaat muss Bad Alexandersbad aus Patsche helfen: "Letzte Chance"
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Bad Alexandersbad, Freitag, 17. Juli 2026
Die kleine Gemeinde in Oberfranken hat weniger als 1000 Einwohner – und steht dennoch vor einem riesigen Problem. Jetzt muss ihr der Freistaat Bayern unter die Arme greifen.
Knapp 25 Millionen Euro Schulden und nicht einmal 1000 Einwohner: Der Freistaat Bayern hilft der oberfränkischen Gemeinde Bad Alexandersbad, verlangt aber weiterhin einen strikten Sparkurs.
Der Haushaltsausschuss des Landtags beschloss mehrheitlich, dass der Freistaat einen Kassenkredit von fast zwölf Millionen Euro von einer Bank ablöst und damit zum Gläubiger für die klamme Kommune wird. Die Zinsen auf den Kassenkredit werden bis 2032 gestundet. Wie es danach weitergeht, ist offen.
Bayerisches Innenministerium: "Keine bayerische Gemeinde hat finanzielle Probleme in dieser Dimension"
Die Abgeordneten waren sichtlich bemüht, Bad Alexandersbad nicht wie einen Präzedenzfall aussehen zu lassen. Schließlich sind auch andere Städte und Gemeinden in schwieriger finanzieller Lage.
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Doch ein Vertreter des Innenministeriums machte deutlich: "Keine bayerische Gemeinde hat finanzielle Probleme in dieser Dimension."
Man wolle die Gemeinde nicht unter Zwangsverwaltung stellen, erläuterte Michael Hofmann (CSU). "Wir geben der Gemeinde eine letzte Chance", sagte Bernhard Pohl (Freie Wähler). Vertreter von Grünen und SPD kritisierten, sie vermissten eine tragfähige Zukunftsperspektive für den Ort.
Bürgermeister erklärt den Niedergang seiner Gemeinde
In dem Beschluss des Ausschusses wird die Gemeinde aufgefordert, dringend weiter zu sparen, Veräußerungen zu prüfen und auch freiwillige Leistungen auf den Prüfstand zu stellen. Zweimal im Jahr muss die Kommune den Haushaltsausschuss über ihre Bemühungen informieren.
Wie aber konnte es so weit kommen, dass sich ein so gewaltiger Schuldenberg aufgetürmt hat? Ronald Ledermüller (CSU) ist seit dem 1. Mai Bürgermeister im Rathaus von Bad Alexandersbad, verfolgt aber natürlich die Entwicklung seines Heimatorts schon viel länger.