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Luisenburg: Europas größtes Felsenlabyrinth wird "Naturmonument"


Autor: Stefan Lutter

Wunsiedel, Dienstag, 13. Januar 2026

Die Luisenburg gehört zu den Top-Ausflugszielen im Fichtelgebirge. Jetzt erhält sie ein ganz besonderes Prädikat, das in Bayern bisher nur einmal vergeben wurde.
Das Felsenlabyrinth der Luisenburg darf sich ab Februar 2026 ganz offiziell "Nationales Naturmonument" nennen. Die beeindruckenden Felsformationen im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel sind ein geologisches Meisterwerk.


Sie ist das größte Felsenlabyrinth Europas und beherbergt eine beeindruckende Freilichtbühne: die Luisenburg bei Wunsiedel. Ab 1. Februar 2026 erhält sie das Prädikat "Nationales Naturmonument". Das hat das Kabinett bei seiner Sitzung am Montag, 12. Januar 2026, in Bamberg beschlossen.

Das Geotop im Norden Frankens ist erst das zweite Naturmonument dieser Art in Bayern, nach der Weltenburger Enge. Bundesweit gibt es bisher nur acht entsprechende Naturmonumente. Mit der Anerkennung wird die bedeutende geologische und kulturhistorische Rolle der Luisenburg hervorgehoben.

Europas größtes Felsenlabyrinth: Luisenburg wird zweites Nationales Naturmonument

Durch das neue Nationale Naturmonument erhalte Oberfranken im Naturpark Fichtelgebirge einen weiteren Erlebnis-, Bildungs- und Forschungsmagneten. Die Luisenburg weise seit mehreren Jahrhunderten eine herausragende, national einzigartige kulturhistorische Entwicklung auf, teilte die Staatskanzlei bereits 2024 mit.

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Im Randbereich der Luisenburg entstand Ende des 18. Jahrhunderts ein Landschaftsgarten, und es wurde die erste Freilichtbühne Deutschlands eingerichtet. Die nationale Bedeutung spiegelt sich beispielsweise auch in den hohen Besucherzahlen von mehr als 100.000 pro Jahr wider. Im Freilichttheater finden alljährlich die Luisenburg-Festspiele statt.

Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) kündigte für März eine Festveranstaltung an, welche die beiden Schutzgebiete Luisenburg und Felsenlabyrinth miteinander vereine.

Geologische Wunder und kulturelle Bedeutung

Die faszinierenden Felsformationen der Luisenburg, die vor etwa 300 Millionen Jahren durch Wollsackverwitterung entstanden sind, zeugen von natürlichen Prozessen wie Erosion und Verwitterung. Diese geologische Struktur macht die Luisenburg dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge zu einem der bedeutendsten Geotope Deutschlands.

Die kulturhistorische Bedeutung der Luisenburg zeigt sich auch in ihrer langen Geschichte. Bereits im 18. Jahrhundert wurde hier ein Landschaftsgarten angelegt, und 1790 entstand die erste Freilichtbühne Deutschlands, die bis heute Schauplatz der beliebten Luisenburg-Festspiele ist. 

Mit jährlich über 100.000 Besuchern ist die Luisenburg eines der beliebtesten Ausflugsziele im Fichtelgebirge. Sie liegt in einem Natura-2000-Gebiet, das den Schutz gefährdeter Arten sicherstellt. Zu den typischen Bewohnern des Gebiets zählen der Sperlingskauz, Schwarzspecht, Kreuzotter, Uhu, Gartenschläfer und das bemerkenswerte Leuchtmoos.

Besondere Tier- und Pflanzenarten in der Luisenburg:

  • Vögel: Sperlingskauz, Schwarzspecht, Uhu
  • Reptilien: Kreuzotter
  • Säugetiere: Gartenschläfer
  • Moose: Leuchtmoos

Auch als Forschungsstätte hat die Luisenburg eine besondere Bedeutung. Der berühmte Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe besuchte 1785 das Gebiet, um die Entstehung des Granits und dessen Verwitterungsprozesse zu studieren, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt berichtet.

Einzigartige Naturerlebnisse und Schutzmaßnahmen

Das Felsenlabyrinth bietet Besuchern ein einzigartiges Abenteuer: Verwinkelte Felsspalten, dunkle Höhlen und spektakuläre Aussichtspunkte machen den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Führungen durch das Labyrinth sind besonders in der Hauptsaison von Mai bis September beliebt.

Highlights des Felsenlabyrinths:

  • Verwinkelte Wege und Felsspalten
  • Dunkle Höhlen und beeindruckende Aussichtspunkte
  • Geführte Touren mit Geopark-Rangern

Die Ernennung zum Nationalen Naturmonument bringt zusätzliche Schutzmaßnahmen mit sich. Besonders der natürliche Fichtenwald, der das Labyrinth umgibt, wird langfristig geschützt. Dies sichert nicht nur die Artenvielfalt, sondern ermöglicht auch weitere wissenschaftliche Studien, so das Bayerische Landesamt für Umwelt.

Praktische Hinweise für Besucher: Das Felsenlabyrinth ist Teil des Naturparks Fichtelgebirge und liegt in der Nähe von Bad Alexandersbad. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da das Gelände anspruchsvoll ist. Bei starkem Regen oder Schnee bleibt die Anlage aus Sicherheitsgründen geschlossen berichtet.

Felsenlabyrinth Luisenburg: Besucherinformationen

Die Ausweisung von Nationalen Naturmonumenten erfolgt durch Verordnung der bayerischen Staatsregierung. Sie sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. "Neben der Erhaltung der imposanten Naturerscheinung mit ihren Felsformationen profitieren von der Ausweisung vor allem die natürlichen Fichtenblockwälder und Waldstrukturen, die sich langfristig entwickeln können", hieß es zur Begründung.

Die acht Nationalen Naturmonumente in Deutschland

Laut Bundesumweltministerium gibt es in Deutschland derzeit acht Nationale Naturmonumente. Sie sind rechtsverbindlich geschützte Gebiete, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Bedeutung sowie ihrer Seltenheit, Eigenart und außergewöhnlichen Schönheit ausgewiesen wurden. Diese Schutzgebiete bieten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere sowie einzigartige Naturphänomene:

Die Nationalen Naturmonumente sind ein wertvoller Bestandteil des deutschen Naturschutzes und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie zur Förderung des Naturverständnisses und der Erinnerungskultur. sl/mit dpa