"Umweltsünder"-Bescheide für Würzburger SUV-Fahrer: So reagiert jetzt die Stadt
Autor: Redaktion
Würzburg, Freitag, 08. April 2022
Nachdem Unbekannte in der vergangenen Woche in Würzburg an SUVs sogenannte "Bescheide" hinterlassen haben, bezieht jetzt der Klimabürgermeister der Stadt Stellung. Die Zettel hatten für Aufsehen gesorgt, weil sie im Namen der "Umweltsünderüberwachung" die Geländewagen-Fahrer*innen zu Spenden aufgefordert hatten.
Im Fall der "Umweltsünderüberwachung Würzburg", die in der Vorwoche falsche Strafzettel an SUV befestigt hat, hat sich nun der örtliche Klimabürgermeister Martin Heilig (Bündnis 90/Die Grünen) geäußert.
"Ich distanziere mich davon. Es ist kein Schreiben der Stadt Würzburg", wird Heilig vom BR zitiert. Der Politiker vermutet, dass die Aktion als eine Art Aprilscherz gedacht war. "Aber der Aprilscherz ist schon deshalb missglückt, weil wir Anzeige erstatten mussten als Stadt Würzburg. Es bleibt uns eigentlich gar nichts anderes übrig."
Falsche Bescheide an Geländewagen befestigt: Das droht den Tätern
Wenn solche falschen "Bescheide" verbreitet werden, könnte laut Polizei der Anfangsverdacht einer Urkundenfälschung bestehen, so der BR weiter. Für den oder die Täter könnte das eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe bedeuten.
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In der Würzburger Innenstadt hatten Fahrer*innen von SUVs in den vergangenen Tagen an ihrer Windschutzscheibe eine Nachricht vor. Wie die Stadt Würzburg am Freitag (8. April 2022) beschrieb, handele es sich um ein zweiseitiges Schreiben mit dem Logo der Stadt Würzburg und der Aufschrift "Bescheid".
Dieses verurteilte die Belastung der Fahrzeuge von menschlicher Gesundheit und Umwelt und stelle eine Forderung an die Besitzer*innen. Konkret werde ihnen zur Last gelegt, "mit dem von Ihnen gewählten Fahrzeug in besonderem Maße die Gesundheit Ihrer Mitmenschen und Ihre Umwelt zu belasten." Sie würden deshalb aufgefordert, "an eine Umweltschutzorganisation Ihrer Wahl zu spenden". Unterzeichnet war das Schreiben laut Stadt mit "Umweltsünderüberwachung Stadt Würzburg".
Klimabürgermeister Heilig: "Wissen, wo die Grenze ist"
Er habe natürlich für Menschen, die sich für den Klimaschutz engagieren, immer eine große Sympathie, erklärt Klimabürgermeister Heilig. "Aber man muss eben aufpassen, wo die Grenze ist", sagt Klimabürgermeister Martin Heilig. Er glaube nicht, "dass so etwas zur Problemlösung beiträgt", hält aber dennoch SUVs nicht für geeignet, um damit in der Innenstadt unterwegs zu sein.
Martin Heilig listete gegenüber dem BR viele Nachteile von SUVs auf, die auch in dem falschen "Bescheid" stehen. Darunter der höhere Kohlendioxid-Ausstoß und die Sicherheit im Straßenverkehr. Auch für Fußgänger seien SUVs laut Heilig ein Problem. "In manchen Parkhäusern nimmt ein SUV eineinhalb Parkplätze ein. Der Nachbar kommt kaum mehr in sein Auto", sagt er. Eine höhere Parkgebühr für SUVs hält er zwar für eine "nette Idee", aber kaum für umsetzbar.