Würzburg: "Prägende Kraft" der Stadtverwaltung in Ruhestand verabschiedet
Autor: Redaktion
Würzburg, Freitag, 02. August 2024
Nach fast vier Jahrzehnten im Dienst verabschiedet sich Klaus Walther in den Ruhestand. Seine Ära bei der Stadt Würzburg war geprägt von bedeutenden Projekten und Entwicklungen.
Der 1. August ist für die Stadt Würzburg und für Klaus Walther persönlich ein ganz besonderes Datum, so die Stadt Würzburg in einer Pressemitteilung. Mit seinem offiziellen ersten Tag im Ruhestand endet für die Stadt Würzburg eine Ära, wie Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei der Verabschiedung im Wenzelsaal deutlich machte:
"Als ausgesprochene Persönlichkeit und prägende Kraft bei der Stadtverwaltung haben Sie sich in fast 40 Dienstjahren in besonderer Weise verdient gemacht. In verschiedenen Leitungs- und Führungsfunktionen haben Sie vielen Entwicklungen im positiven Sinne Ihren Stempel aufgedrückt beziehungsweise Spuren hinterlassen."
Schuchardt nannte eine lange Liste solcher Spuren. Beginnend mit der erfolgreichen Landesgartenschau von 1990 noch unter Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeitler, dessen Organisation für Walther bereits im Jahr 1986 begann. Seine Organisationskraft hatte er zuvor schon bei der Planung des Deutschen Umwelttages 1986 in Würzburg bewiesen. 20.000 Teilnehmer versammelten sich damals friedlich in Würzburg und sorgten bundesweit für Schlagzeilen. Es folgten unter Oberbürgermeister Jürgen Weber eine Phase als Persönlicher Mitarbeiter, als Pressesprecher und Leiter des Bürgermeisteramtes.
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In diese Zeit fällt ein weiteres Projekt, das sich als äußerst nachhaltig herausstellen sollte: das Ringparkfest feierte Premiere und geht aktuell in die 27. Auflage. 1997 übernahm Walther die Leitung des neu geschaffenen Fachbereichs Wirtschaft, Immobilien und Marketing, der später im Eigenbetrieb Congress - Tourismus - Wirtschaft aufging, den der Diplom-Geograph zusammen mit Tourismusdirektor Dr. Peter Oettinger über viele Jahre als Doppelspitze leitete.
Walther profilierte sich als Wirtschaftsförderer mit Durchsetzungskraft und Ausdauer, wovon in Würzburg insbesondere die Gründerszene profitierte. Für Schuchardt sind sowohl das IGZ mit heute 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch das, Jahre später gegründete, Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken (ZDI) ohne Walther nicht in dieser Ausgestaltung und Qualität denkbar. Aus den Gründerzentren gingen und gehen erfolgreiche Start-Ups hervor. Im Umfeld der Hochschulen entstanden attraktive Arbeitsplätze, die nach dem Studium Argumente liefern, in Würzburg sesshaft zu werden.
Bei der Entstehung des ZDI aus den "Bausteinen" Ideenlabor, Gründerlabor und Inkubator beeindruckte insbesondere auch das Tempo der Umsetzung. Und dennoch entstand beispielsweise mit dem markanten "Cube" ein modernes Wahrzeichen am Hubland und kein reiner Zweckbau. Stadtbildprägend waren auch weitere Großprojekte in der Ära Walther, gemeinsam mit dem damaligen Kämmerer Schuchardt: die Revitalisierung des Alten Kranens, der Verkauf des Bürgerbräu-Areals in der Zellerau oder auch der Ankauf des Hublands durch die Stadt, womit die Stadt die Option zog, die Quartiere selbst zu entwickeln und diese Entwicklungen nicht Dritten zu überlassen.
In seiner letzten Position bei der Stadt Würzburg als "Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing" wurden weitere Meilensteine abgeschlossen und auf den Weg gebracht. Herausheben muss man beispielsweise das "Skyline Hill Center" am Hubland im Zusammenspiel mit der WVV, einerseits wegen einer negativen Haushaltsentwicklung, andererseits um die Ansiedlung zu beschleunigen.