Enorme Kokain-Menge in Unterfranken entdeckt - was trotz Geständnissen unklar ist

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Geständnisse im Prozess um riesigen Kokain-Fund in Unterfranken
Die Anklage geht davon aus, dass die Beschuldigten zusammen mit unbekannten Komplizen eine Kokainmenge von fast eineinhalb Tonnen, versteckt in Hohlräumen von stählernen Brückendämpfern, nach ...
Geständnisse im Prozess um riesigen Kokain-Fund in Unterfranken
Marcus Brandt/dpa

Versteckt in Brückendämpfern, entdeckt in einer abgelegenen Halle: Ermittler finden in Unterfranken eine große Menge an Kokain. Vor Gericht kommt ein Trio - die Hintermänner sind aber weiter frei.

Rund neun Monate nach dem Fund einer großen Menge Kokain in Unterfranken haben drei mutmaßliche Drogenkuriere vor Gericht die ihnen zur Last gelegten Taten zugegeben. Die Jugendkammer am Landgericht Würzburg hatte im Falle umfassender und glaubwürdiger Geständnisse einen Strafrahmen für die 20, 26 und 49 Jahre alten Angeklagten in Aussicht gestellt. Die Männer sollen zusammen mit noch unbekannten Komplizen dafür verantwortlich sein, dass etwa 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland geschmuggelt wurden. Allein im unterfränkischen Abtswind (Kreis Kitzingen) wurden im vergangenen Sommer 300 Kilogramm Kokain entdeckt - mit einem geschätzten Wert von rund 15 Millionen Euro.

Der 49 Jahre alte Schweizer soll nach Ansicht des Gerichts eine Haftstrafe zwischen neuneinhalb und elf Jahren erhalten. Für den 26-jährigen Franzosen sieht die Kammer eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb bis acht Jahren vor, und für den 20-Jährigen, der die Vorwürfe bereits vor der Verhandlung zumindest teilweise eingeräumt hatte, vier bis sechs Jahre Jugendstrafe. Auch der junge Mann ist Franzose.

Geständnisse in Würzburger-Prozess um riesigen Kokain-Fund - Hintermänner unbekannt

Die Anklage lautet auf bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln. Für den Prozess sind bisher drei Verhandlungstage angesetzt.

Bislang noch unbekannte Mitglieder einer kriminellen Bande sollen in Mexiko zwischen 100 und 300 Kilogramm hochreines Kokain in Hohlräumen von stählernen Brückendämpfern versteckt haben. Diese sollten an eine Scheinfirma in Europa geliefert werden. Ermittlern zufolge wurden dafür bundesweit mehrere Lagerhallen angemietet, unter anderem in Abtswind.

Dort sollen die Brückendämpfer geöffnet und das Kokain entnommen worden sein. Die Anklage geht von einer Kokain-Menge von 1,4 Tonnen aus, die auf diesem Weg nach Deutschland gelangt sein soll.

Erster Verdacht bestätigt sich nicht

Ein Landwirt alarmierte im Juli des vergangenen Jahres die Polizei, weil er an einer abgelegenen Halle an der Autobahn 3 im Kreis Kitzingen mehrere verdächtige, teils vermummte Menschen gesehen hatte, die bei seinem Anblick davonfuhren. Dennoch trafen die Beamten in und vor der gemieteten Halle noch zwei Männer an. Zudem entdeckten sie vier Fahrzeuge mit überwiegend französischen Kennzeichen sowie mehrere Paletten mit auffällig geformten Metallbehältern, von denen einer erkennbar ein Pulver enthielt.

Zunächst vermuteten die Beamten, dass sie es mit Geldautomatensprengern zu tun haben könnten. Doch der Verdacht auf Sprengstoff wurde schnell ausgeräumt, stattdessen reagierte ein Drogenspürhund: In einem Teil der 20 Behälter befanden sich 200 Kilogramm Kokain. Der 49-Jährige und der 26-Jährige wurden festgenommen.

Wenige Minuten später nahmen Polizeikräfte zudem an der nahegelegenen Anschlussstelle Wiesentheid den 20-Jährigen fest. Später wurde weiteres Kokain entdeckt.

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