Uniklinik Würzburg baut neue Fachabteilung auf: Vorbereitung auf die Alterung der Bevölkerung
Autor: Redaktion
Würzburg, Mittwoch, 31. Juli 2024
Das Uniklinikum Würzburg erweitert sein Angebot mit einer Fachabteilung für Akutgeriatrie in der ehemaligen Rehaklinik der AWO Unterfranken. Der Betrieb startet im Januar 2025.
Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) wird in dem Gebäude der Geriatrischen Rehabilitationsklinik der AWO Unterfranken e.V. in Würzburg eine neue „Fachabteilung für Akutgeriatrie und geriatrische Frührehabilitation“ aufbauen, wie es in einer Pressemitteilung informiert. Diese neue UKW-Fachabteilung soll ihren Betrieb zum 1. Januar 2025 am Standort der jetzigen Reha-Klinik in der Kantstraße aufnehmen. Dazu erwirbt die Würzburger Uniklinik das Klinikgebäude der Geriatrischen Rehabilitationsklinik und das dazugehörige Gelände der AWO.
„Dies ist eine weitreichende strategische Entscheidung des UKW. Mit der langjährig aufgebauten geriatrischen Kompetenz an der AWO Reha-Klinik können wir unser Angebot im UKW ideal ergänzen, davon lernen und gemeinsam weiterentwickeln. Und wir erhalten damit die dringend notwendige geriatrische Versorgung in der Region.
Viele ältere und mehrfach erkrankte Patienten sind nach einer akuten Erkrankung stark beeinträchtigt. Es kann sein, dass sie dauerhaft pflegebedürftig werden. Ziel der frühzeitig einsetzenden geriatrischen Komplexbehandlung soll für viele dieser Patienten sein, wieder aktiv am Alltagsleben teilhaben zu können. Genau hier setzt das zukünftige Versorgungsangebot des UKW an“, erklärt PD Dr. Tim von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Würzburger Uniklinik.
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Unter den Bedingungen einer akutstationären Krankenhausbehandlung wird diese Behandlungsform als „Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung“ beschrieben und unterliegt strengen Qualitätskontrollen durch den Medizinischen Dienst. Ein vergleichbares Versorgungsangebot fehlt in Unterfranken bislang in den Kreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart. Die Fachabteilung verfügt über insgesamt 90 Betten, die im Rahmen eines Stufenkonzeptes ab Januar 2025 in Betrieb genommen werden sollen und der Medizinischen Klinik und Poliklinik I zugeordnet wird. Zudem wird es 20 teilstationäre Behandlungsplätze geben.
Das UKW übernimmt das gesamte Personal der AWO-Rehaklinik und sichert der Belegschaft einen Übergang in das attraktive Tarifsystem des UKW zu. Durch die Übernahme des Gebäudes und die Aufnahme des Betriebs durch das Universitätsklinikum Würzburg Anfang nächsten Jahres kann die geriatrische Versorgung an diesem Standort für Unterfranken langfristig gesichert werden.
Die AWO findet durch die Partnerschaft mit der Uniklinik eine „zukunftsweisende und tragfähige Lösung, die allen zugutekommt – den Patientinnen und Patienten, dem Geriatrie-Standort Würzburg sowie den 193 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rehaklinik“, so Martin Ulses, Bezirksgeschäftsführer der AWO Unterfranken.
Die Geriatrische Rehaklinik der AWO litt in den letzten Jahren an einer nicht auskömmlichen Finanzierung seitens der Krankenkassen. „Die uns gewährten Pflegesätze ließen nie eine sichere betriebswirtschaftliche Planung zu. Die Finanzierung über die Pflegesätze ist ausgelegt auf eine 95%-Belegung. Das Erreichen dieser Auslastung war bestenfalls in Spitzenmonaten möglich. Auf Jahressicht gelang dies in all den Jahren des Betriebs als Rehabilitationseinrichtung nicht annähernd.