"Party-Befehl": Würzburger Kickers feiern Rückkehr in Dritte Liga
Autor: Agentur dpa
Würzburg, Dienstag, 02. Juni 2026
Trainer Michael Schiele und seine Mannschaft ringen Lok Leipzig nieder und feiern den Wiederaufstieg in die Dritte Liga.
Die Würzburger Kickers sind zurück im deutschen Profi-Fußball! Nach dem 1:0-Auswärtssieg im Relegations-Hinspiel gewannen die Unterfranken am Montagabend (1. Juni 2026) auch ihr zweites Duell gegen den ostdeutschen Traditionsverein Lok Leipzig - und durften anschließend gemeinsam mit dem heimischen Publikum den Aufstieg in die Dritte Liga feiern.
Vor mittlerweile vier Jahren waren die Würzburger in die Regionalliga Bayern abgestiegen, seitdem hatten die Fans auf eine Rückkehr in Liga Drei gehofft. Entsprechend gelöst war die Stimmung nach dem Abpfiff - in dessen Anschluss Kickers-Coach Michael Schiele sogleich die Feierlichkeiten eröffnete.
Kickers feiern Aufstieg - Trainer erteilt "Party-Befehl"
"Super, überragend, wir haben es super gezogen und absolut verdient. Ganz bitter für Leipzig, es tut mir leid. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr direkt hochgehen", meinte Schiele und fügte bei MagentaSport an: "Ich mache den Party-Befehl, die Jungs wollen feiern, die Stadt abreißen, die ganze Woche, solange es geht."
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Für die Sachsen ist das Scheitern ein besonders bitteres, denn es ist nicht das erste Mal. Bereits 2020 und vor einem Jahr war der legitime Nachfolger des ersten deutschen Fußball-Meisters VfB Leipzig in seiner Regionalliga-Staffel Meister geworden, um im Anschluss die Relegation gegen Verl und Havelse zu verlieren. Das Modell mit nur vier Aufsteigern aus fünf Regionalligen ist in höchstem Maße umstritten.
Würzburg hingegen darf sich nach den Toren von Top-Stürmer Jermain Nischalke (30. Minute) und Cherif Cisse (72.) auf eine Rückkehr in Liga drei und attraktive Gegner wie Hansa Rostock oder Fortuna Düsseldorf freuen. Die Kickers hatten die Regionalliga Bayern zwar nur auf Platz zwei beendet, profitierten aber von einem Aufstiegsverzicht des 1. FC Nürnberg II. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Leipzigs Djamal Ziane (71.) verpuffte quasi mit dem Gegenangriff, der Würzburg vor 10.717 Zuschauern erneut die Führung brachte.
Großes Leipziger Fan-Kontingent in der AKON-ARENA
Trainer Schiele hatte den Verein zwischen 2017 und 2020 schon einmal betreut und die Würzburger damals sogar in die 2. Bundesliga geführt. In diesem Frühjahr kehrte er an den Dallenberg zurück - und schaffte direkt wieder den Aufstieg. Leipzig war mit rund 2.000 Fans angereist und brachte damit mehr Gästeanhänger nach Würzburg als alle bayerischen Regionalligisten in der abgelaufenen Saison gemeinsam.
Mit Blick auf die dritte Regionalliga-Meisterschaft ohne automatischen Aufstieg entrollten die Lok-Fans schon vor dem Anpfiff ein Transparent, auf dem geschrieben stand: "Die Würfel längst gefallen - doch kämpft bis zum Schluss". Leipzig hielt im Rückspiel ordentlich mit und erspielte sich vereinzelt Chancen, doch zur großen Wende kam es nicht mehr. In der Nachspielzeit ging ein Ball von der Lattenunterkante noch fast über die Torlinie. Der Schiedsrichter ließ jedoch weiterspielen.