Platz in Würzburger Altstadt umbenannt - weil Namensträger Nazis nicht bekämpfte

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Würzburg benennt wegen NS-Vergangenheit Kardinal-Faulhaber-Platz um
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Würzburg benennt wegen NS-Vergangenheit Kardinal-Faulhaber-Platz um
Daniel Karmann/dpa

Der Würzburger Stadtrat hat einstimmig entschieden, den Kardinal-Faulhaber-Platz umzubenennen. Der Namensgeber hat eine fragwürdige NS-Vergangenheit.

Ein Platz in Würzburg erhält einen neuen Namen. Der Stadtrat habe einstimmig beschlossen, den Kardinal-Faulhaber-Platz in Theaterplatz umzubenennen, teilte ein Stadtsprecher am 17. Mai 2024 mit. «Faulhaber wird vorgeworfen, dass er sich - trotz seiner machtvollen Position innerhalb der katholischen Kirche - nicht gegen die nationalsozialistischen Verbrechen eingesetzt hat», erläuterte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin Mack. 

Kardinal Michael von Faulhaber (1869-1952) stammte aus Unterfranken und wurde als Erzbischof von München-Freising bekannt. In der Münchner Innenstadt ist eine Straße nach Faulhaber benannt. Würzburg hatte 2015 begonnen, Straße und Plätze auf mögliche NS-Verstrickungen von Namensgebern und Namensgeberinnen zu überprüfen. Schon 2022 hatte es eine Mehrheit im Stadtrat dafür gegeben, den Kardinal-Faulhaber-Platz umzubenennen.

Bischof Franz Jung hatte die Entscheidung anschließend kritisiert und sich stattdessen für eine Einordnung mit öffentlich zugänglichen Informationen ausgesprochen. Weitere Diskussionen gab es danach über mögliche neue Namen. Der Platz befindet sich gegenüber dem Mainfranken-Theater, das seit Jahren aufwendig saniert und umgebaut wird.