Höchberg: Vogel Druck muss schließen - "traurige Nachricht"
Autor: Erik Jasper
Höchberg, Donnerstag, 30. Juli 2026
Eine zu Bertelsmann gehörende Druckerei aus Unterfranken muss in naher Zukunft ihre Pforten schließen. Die Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Die Druckerei Vogel Druck aus Höchberg im Kreis Würzburg wird 2027 schließen. Das Unternehmen gehört zum Bertelsmann-Konzern aus Gütersloh, der den Schritt in einer aktuellen Pressemitteilung mit der schlechten Marktlage begründet. Die unterfränkische Firma ist nach eigenen Angaben vor allem auf den Druck von Zeitschriften und Katalogen spezialisiert.
"Die Entscheidung, die Produktion bei Vogel Druck spätestens zum 30. Juni kommenden Jahres endgültig einzustellen, ist uns sehr schwergefallen und eine traurige Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Höchberg. Sie ist aufgrund der negativen Marktentwicklung in der Druckbranche, die sich in den vergangenen Jahren nochmals beschleunigt hat, aber unumgänglich", wird Ulrich Cordes, Geschäftsführer von Vogel Druck und CFO des Druckereiverbundes Bertelsmann Marketing Services, zitiert.
"Trotz erheblicher Anstrengungen": Vogel Druck in Höchberg muss schließen
Die Nachfrage von Verlagen und Handelsunternehmen in den für die Druckerei relevanten Märkten ist laut Cordes schon seit mehreren Jahren strukturell rückläufig. Das Interesse an Zeitschriften und insbesondere an Katalogen sei in diesem Zeitraum überproportional gesunken - mit fatalen Folgen für die fränkische Druckerei. Der Mitteilung zufolge schreibt Vogel Druck in Höchberg "trotz erheblicher Anstrengungen" bereits seit geraumer Zeit rote Zahlen - eine Besserung der Marktsituation sei nicht absehbar. Laut Verlautbarung hat die Geschäftsführung von Vogel Druck den Betriebsrat und die Belegschaft am Mittwoch (29. Juli 2026) in einer Mitarbeiterversammlung über die Schließungspläne informiert.
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Die 280 Menschen, die aktuell bei Vogel Druck arbeiten, stehen damit vor einer ungewissen Zukunft. Nach Angaben von Bertelsmann sollen für die Mitarbeiter "zeitnah sozialverträgliche Lösungen" gefunden und ein Interessenausgleich sowie ein Sozialplan vereinbart werden. "Unser erklärtes Ziel ist es, uns in den kommenden Wochen mit den Arbeitnehmervertretern auf alle notwendigen Vereinbarungen zu verständigen, um den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglichst schnell Gewissheit über die Rahmenbedingungen und den weiteren Ablauf des Prozesses zu geben", so Jörg Kuchenmeister, Geschäftsführer von Vogel Druck.
Vogel Druck ist aktuell nicht das einzige fränkische Medienunternehmen, das unter wirtschaftlicher Schieflage leidet. Zuletzt musste ein Nürnberger Verlag Insolvenz anmelden - und das nach 165 Jahren Firmengeschichte.