Grünes Licht für umstrittenes Knauf-Bergwerk: Regierung nennt Bedingungen
Autor: Julian Drescher
Würzburg, Freitag, 26. Juni 2026
Das geplante Gips-Bergwerk im Landkreis Würzburg rückt seiner Umsetzung einen Schritt näher - doch die Regierung knüpft dies an klare Bedingungen.
Die Pläne für ein großes Gipsbergwerk in der Altertheimer Mulde im Landkreis Würzburg haben eine wichtige Hürde genommen. Die Regierung von Unterfranken hat das Vorhaben der Knauf Gips KG als raumverträglich eingestuft - allerdings nur unter strengen Auflagen.
Das geplante Bergwerk sorgt seit Jahren für Diskussionen in der Region. Besonders der Schutz des Trinkwassers stand im Mittelpunkt der Bedenken. Nun liegt die landesplanerische Beurteilung vor, die den Weg für das weitere Genehmigungsverfahren ebnet.
Knauf plant Gipsabbau im Kreis Würzburg - bis zu eine Million Tonnen jährlich
Das Vorhaben sieht einen untertägigen Gipsabbau über rund 50 Jahre vor. Pro Jahr sollen bis zu eine Million Tonnen Gips gefördert werden, wie aus der Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken hervorgeht. Das Abbaugebiet umfasst etwa sieben Quadratkilometer.
Besonders heikel: Das Vorhabensgebiet liegt im Südwesten des geplanten Trinkwasserschutzgebiets für die Zeller Quellen. Diese Quellen sind für die Wasserversorgung der Stadt Würzburg von großer Bedeutung. Der Abbaubereich macht etwa zehn Prozent des rund 66 Quadratkilometer großen Trinkwassereinzugsgebiets aus.
Auch die Trinkwasserversorgungen der im Kreis Würzburg gelegenen Orte Altertheim und Waldbrunn seien betroffen, heißt es in der Mitteilung. Daher habe die Regierung die Raumverträglichkeitsprüfung mit besonderem Augenmerk auf den Grund- und Trinkwasserschutz durchgeführt.
Vier Jahre Prüfung: Behörden sehen Restrisiko als beherrschbar
Die hydrogeologischen Untersuchungen im Auftrag von Knauf wurden über vier Jahre intensiv begleitet. Beteiligt waren laut Regierung das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg, das Landesamt für Umwelt, das Bergamt Nordbayern und die Wasserversorger. Ein umfangreiches Bohrprogramm war Teil der Untersuchungen.
Im Ergebnis geht die Regierung davon aus, dass bei Umsetzung strenger Maßgaben kein unkalkulierbares Risiko für die öffentliche Trinkwasserversorgung drohe. Ein Restrisiko verbleibe, werde jedoch als beherrschbar bewertet. Technische Maßnahmen sollen insbesondere die Trennschicht zwischen dem Grundwasserleiter und dem darunter liegenden Bergwerk erhalten.