Würzburg: Silvesterrakete brachte Seniorin den Tod - "ich wollte das nicht"
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Würzburg, Mittwoch, 14. Oktober 2026
Silvester kostete in Würzburg einer 88-jährigen Seniorin das Leben. Dabei hatte sie sich nur in ihrer Wohnung aufgehalten. Vor Gericht gibt es nun ein Geständnis.
Geständnis am Amtsgericht Würzburg: In der letzten Silvesternacht kam es zu einem tragischen Vorfall, bei dem eine pflegebedürftige Frau durch ein Feuer ums Leben kam. Eine Rakete hatte einen Brand auf ihrem Balkon ausgelöst.
Rund zehn Monate später gestand ein Mann vor dem Amtsgericht Würzburg, die Rakete gezündet zu haben – obwohl er bemerkt hatte, dass sie beschädigt war. Der 42-Jährige äußerte vor dem Schöffengericht sein Bedauern: "Ich wollte das nicht."
Silvester in Würzburg: Gehbehinderte Frau stirbt an einer Rauchvergiftung
Laut Staatsanwaltschaft war dem Mann bewusst, dass der Holzstab der Rakete gebrochen war. "Dies hatte, für den Angeklagten vorhersehbar und vermeidbar, zur Folge, dass die Rakete zunächst rund drei bis vier Meter gerade nach oben flog, dann die Richtung änderte und auf dem Balkon der Wohnung der Geschädigten landete", erklärte die Anklagevertreterin.
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Ermittlungen zufolge entzündeten sich auf dem Balkon verschiedene Gegenstände, und der gefährliche Rauch drang in die Wohnung des Opfers in dem Mehrfamilienhaus ein.
Rettungskräfte fanden die 88-jährige, gehbehinderte Bewohnerin bewusstlos in der Wohnung. Jede Hilfe kam für sie zu spät, und sie verstarb an einer Rauchvergiftung.
Zeugin beschuldigt jemand anderen
Eine Zeugin des Abends erklärte hingegen vor Gericht, dass ein Freund des Angeklagten kurz nach Mitternacht die verhängnisvolle Rakete gezündet und absichtlich auf das Haus gezielt habe. Neben dem Angeklagten gab es einen weiteren Verdächtigen, dessen Tatbeteiligung jedoch laut Ermittlern nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte.
Das Amtsgericht hat bisher nur einen Prozesstag angesetzt, zu dem neun Zeugen geladen wurden.