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Haftstrafe: Prostituierte erpresst fränkischen Priester mit Nacktfotos


Autor: Agentur dpa

Würzburg, Freitag, 26. Juni 2026

Eine Prostituierte erpresst einen Priester mit Nacktfotos und erfundenen Krankheiten. Das Gericht verhängt nun eine Haftstrafe. Aber auch für den Geistlichen hat der Fall Konsequenzen.
Die Angeklagte (links) wurde nun vom Gericht zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt.


Update vom 26.06.2026: Prostituierte muss ins Gefängnis

Das Landgericht Würzburg hat eine Prostituierte wegen Betrugs und Erpressung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Ihr Hauptopfer: ein ehemaliger Priester. Der Entscheidung war ein Deal der Prozessbeteiligten vorausgegangen. Die Frau hatte im Wesentlichen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt, wonach sie den Geistlichen und zwei weitere Männer um knapp 350.000 Euro geprellt hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahre Haft plädiert, die Verteidigung auf zweieinhalb Jahre. Die Anklage hatte der Frau auch die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vorgeworfen, weil sie den nackten Geistlichen ohne dessen Wissen fotografiert hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Bistum Würzburg, der frühere Arbeitgeber des geprellten Priesters, hat am 19. Juni 2026 ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet, um den Mann zur Verantwortung zu ziehen. Die Diözese teilte auf Nachfrage mit: "Grund für das kirchenrechtliche Verfahren ist das Fehlverhalten des Priesters in den vergangenen Jahren." 

Die ursprüngliche Meldung vom 16. Juni 2026: Prostituierte erleichtert Ex-Priester um 350.000 Euro

Eine Prostituierte hat gestanden, einen Priester und zwei weitere Männer mit Lügen über ihre angeblichen Geld- und Gesundheitsprobleme um knapp 350.000 Euro gebracht zu haben. Die 30-Jährige ließ die Vorwürfe zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Würzburg über ihren Verteidiger einräumen. Zuvor hatten sich die Beteiligten auf einen Strafrahmen bei einem Geständnis geeinigt. Demnach muss die Frau bei einer Verurteilung mit einer Haftstrafe zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren rechnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Betrug, Erpressung und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vor. Für das Verfahren sind drei Verhandlungstage bis zum 25. Juni angesetzt.

Priester mit heimlichen Nacktaufnahmen erpresst

Den ehemaligen Pfarrer, früher tätig im Bistum Würzburg, soll die 30-Jährige 2016 in einem Würzburger Saunaclub kennengelernt haben. "Und seit dem Jahr 2022 war dieser bei ihr Kunde", sagte Staatsanwältin Annika Schömig. Im Januar 2023 soll die Frau dem katholischen Geistlichen, dem sexuelle Aktivitäten verboten sind, von ihrer Leukämieerkrankung erzählt haben. Eine erfundene Geschichte.

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"In der Folge spiegelte sie ihm mehrfach vor, für medizinische Behandlungen Geld zu benötigen, da sie nicht krankenversichert sei", hieß es in der Anklageschrift. Im Vertrauen auf die Richtigkeit ihrer Angaben zahlte der Geschädigte bis November 2023 mindestens 100.000 Euro an die Frau, so die Anklage weiter. Zuvor habe er das Geld aus einer Lebensversicherung erhalten.

Bis 2025 soll der Priester im Ruhestand, der mittlerweile nicht mehr im Bistum Würzburg lebt, der Frau mindestens 255.000 Euro gegeben haben. So wollte er laut Anklage unter anderem verhindern, dass die 30-Jährige von ihm heimlich aufgenommene Nacktbilder veröffentlicht oder das Bistum Würzburg über ihren Sexualkontakt informiert.

Ermittlungen: Hat der Priester die Prostituierte vergewaltigt?

Auch gegen den Geistlichen ermittelt die Staatsanwaltschaft Würzburg. "Dem Beschuldigten liegt zur Last, gegen den Willen der Prostituierten den Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben", teilte ein Behördensprecher mit, ohne weitere Details zu nennen.

Auch zwei andere Männer, die die Angeklagte in dem Saunaclub kennengelernt haben soll, sollen von ihr um viel Geld gebracht worden sein. Die Frau wurde Ende Oktober 2025 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.