"Jackybarca" in Würzburg: Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch
Autor: Manuel Dietz
Würzburg, Freitag, 12. Juni 2026
Der Besuch des bekannten Influencers "Jackybarca" hat in Würzburg zu chaotischen Szenen geführt. Es kam zu diversen Straftaten. Die Polizei arbeitet intensiv an dem Fall.
Update vom 12.06.2026: Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch und richtet Ermittlungskommission ein
Der TikToker "Jackybarca" hatte sich am 3. Juni 2026 in Würzburg angekündigt - weshalb sich über 100 Jugendliche in der Innenstadt versammelten und für chaotische Szenen sorgten. In der Folge kam es zu diversen Straftaten. Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt ermittelt nun unter anderem wegen Landfriedensbruch und sucht nach möglichen Zeugen des Vorfalls.
Wie berichtet, waren an besagtem Tag gegen 17.30 Uhr rund 120 Personen auf der Suche nach einem bekannten Influencer. Zuvor war der Besuch des 24-Jährigen auf "TikTok" angekündigt worden. Im weiteren Verlauf wurde der junge Mann durch die Menschenmenge stark bedrängt und sogar angegriffen. Er wählte daher selbst den Notruf und musste durch eine Polizeistreife gegen 18 Uhr aus seiner misslichen Lage befreit werden.
Auf Suche nach Influencer "Jackybarca": Randalierende Jugendliche ziehen durch Würzburg
Dem aktuellen Sachstand nach sollen die Jugendlichen bereits kurz zuvor im Bereich des McDonald’s in der Schönbornstraße aufgefallen sein. Anschließend zog die Menge durch die gesamte Würzburger Innenstadt. Zwischen 17.50 und 18.40 Uhr kam es dabei in insgesamt sechs Geschäften zu Sachbeschädigungen und Diebstählen. Betroffen waren: Galeria Kaufhof, eine Rossmann- und eine dm-Filiale in der Eichhornstraße, ein Edeka-Markt in der Domstraße, der Wöhrl/Douglas sowie der Drogeriemarkt Müller. Teilweise wurden Waren aus Regalen und von Ständern geworfen und diese mutwillig zerstört. Der genaue Beute- und Sachschaden sei aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen.
Video:
Aufgrund der "Komplexität des Falls" wurde bei der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt eine Ermittlungskommission mit dem Namen "Nave" gegründet. Durch die Polizei wurde umfangreiches Videomaterial gesichert, das derzeit gesichtet und ausgewertet wird. Die Ermittlungen werden wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Sachbeschädigung sowie des Ladendiebstahls geführt.
Die ermittelnden Beamten suchen auch weiterhin nach Zeugen, denen die Jugendlichen in den genannten Geschäften oder in der Innenstadt aufgefallen sind oder die mögliches Videomaterial zur Verfügung stellen können. Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0931/457-2230 zu melden.
Artikel vom 05.06.2026: "Noch nie erlebt": Influencer-Besuch in Würzburg endet in Desaster
Der Content-Creator "Jackybarca" hat sich auf TikTok vor allem durch Inhalte zum Thema Fußball einen Namen gemacht. Seit April postet er regelmäßig Videos aus deutschen und europäischen Innenstädten, wo er auf öffentlichen Plätzen meist Jugendliche zu intensiven Eins-gegen-eins-Duellen herausfordert und dabei seine Kontrahenten provoziert und beleidigt. Die Duelle sind oft extrem hitzig und auch vonseiten der Zuschauer von einer aggressiven Grundstimmung geprägt. Sein Hauptaccount "JACKY" hat heute über 52.500 Follower. Zusammen mit den Beiträgen auf seinem Zweitaccount "jackybarca.live" haben seine Videos auf TikTok insgesamt über 3,7 Millionen Likes (alle Zahlen Stand 05.06.2026, 10.51 Uhr).
Am Mittwoch (3. Juni 2026) war der beliebte TikToker in Würzburg zu Gast. Nach eigenen Angaben hätte er eigentlich auch hier gerne ein paar Eins-gegen-eins-Duelle gefilmt. Doch sein Besuch endete in einem Desaster. Wie die Polizei mitteilt, waren am späten Nachmittag rund 200 Kinder und Jugendliche in Gruppen durch die Würzburger Innenstadt gezogen, um den Influencer zu suchen. In diesem Zusammenhang soll es demnach unter anderem zu Sachbeschädigungen und Diebstählen in Drogerien und Kaufhäusern gekommen sein. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehreren Streifen im Einsatz. Videos in den sozialen Medien zeigen, wie schließlich sogar der TikToker selbst Zuflucht in einem Streifenwagen sucht und die Flucht ergreift. Jetzt meldet er sich in einem Statement zu Wort.