Weißenburger Nachfolgerin nach OB-Todesfall: "Stille. Erinnerungen."
Autor: Isabel Schaffner, Sara Loesenbeck
Weißenburg, Dienstag, 28. April 2026
Am 21. April starb Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel kurz vor seiner Rente. Seine Nachfolgerin, seine Partei und weitere erinnern sich.
Viele Wegbegleiter nehmen öffentlich Abschied von Jürgen Schröppel. Am vergangenen Dienstag (21. April 2026) starb er im Alter von 64 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Seit 2008 war er Oberbürgermeister von Weißenburg.
In wenigen Wochen hätte seine Amtszeit geendet und am 7. Mai wäre die designierte neue Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt (SPD) gestartet. Nun hat sie doch schon schneller als erwartet die Verantwortung übernommen.
"Erste Oberbürgermeisterin" Weißenburgs beginnt schon jetzt: "Gemeinsam gestalten"
"Ich bin überwältigt und tief dankbar für euer Vertrauen. Mit 54,5 % habt ihr mich am 8. März 2026 zu eurer neuen und ersten Oberbürgermeisterin gewählt. Dieser Sieg ist kein Zielpunkt, sondern der Startschuss. Ich freue mich riesig darauf, die Zukunft unserer wunderschönen Stadt ab sofort gemeinsam mit euch zu gestalten", schrieb sie am 9. März nach der Kommunalwahl. Nach über zehn Jahren bei HypoVereinsbank und UniCredit arbeitete die 45-Jährige seit acht Jahren beim kommunalen Versorger N-Ergie, wie sie sich weiter vorstellt.
Im Ehrenamt ist die Mutter zweier Söhne Schöffenrichterin am Amtsgericht Weißenburg und stellvertretende Vorsitzende im SPD-Ortsverein. Seit Donnerstag ist sie nun im Amt der Oberbürgermeisterin. Die vergangene Woche sei, wie Reichstadt es in einem aktuellen Beitrag im Netz beschreibt, eine voller Höhen und Tiefen gewesen, die gegensätzlicher kaum hätten sein können.
Der Abschied vom alten Job und die Vorfreude auf den neuen waren ebenso Teil darin wie der plötzliche Tod ihres Vorgängers, der sie und die Stadt in Trauer versetzte. "Stille. Erinnerungen. Und gleichzeitig Verantwortung übernehmen und annehmen", schreibt die Oberbürgermeisterin dazu.
Weißenburger SPD trauert um Jürgen Schröppel
"Noch vor wenigen Wochen durften wir ihm begegnen: zuversichtlich, voller Tatkraft und mit einem klaren Blick auf die Zukunft", schreibt die SPD Weißenburg in ihrem am 22. April veröffentlichten Nachruf. "Er war guter Dinge und sah dem Ende seiner Amtszeit mit Ruhe entgegen, im Wissen, die Verantwortung für unsere Stadt in gute Hände übergeben zu können", heißt es darin weiter.
Dass er nun, kurz vor dem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand, aus dem Leben gerissen wurde, erfülle sie mit tiefer Trauer, so die Partei. Schröppel habe die Stadt Weißenburg über die Jahre geprägt, so heißt es. "Wir verlieren mit ihm nicht nur einen engagierten Kommunalpolitiker, sondern auch einen geschätzten Weggefährten", geht abschließend aus dem Nachruf hervor.