Treuchtlingen: Siggi zahlt 51 Jahre in Rentenkasse ein - jetzt läuft Spendenaktion
Autor: Milena Graf
Treuchtlingen, Montag, 26. Oktober 2026
51 Jahre lang zahlt Siggi aus Franken in die Rentenkassen ein, doch am Ende reicht die Rente trotzdem nicht. Dann wird bei ihm Krebs diagnostiziert. Freunde aus seinem Brauchtumsverein wollen helfen.
Es ist kaum zu glauben – und doch traurige Realität: Der 65-jährige Siggi aus Treuchtlingen aus dem mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zahlte 51 Jahre – sein ganzes Berufsleben lang – in die Rentenkasse ein. Als er im Dezember 2025 in Rente geht, reicht es trotzdem nicht. Gerade mal 1300 Euro bekommt er, gerade genug, um seine Wohnung zu bezahlen. Alles andere – Strom, Essen, Kleidung – muss er über eine 40-Stunden-Woche als Greenkeeper in einem Golfclub finanzieren – trotz der Berentung.
Doch es soll noch schlimmer kommen: Im April dieses Jahres bekommt Siggi die Diagnose, die alles verändert. Bauchspeicheldrüsenkrebs. Adrian Menzel ist ein guter Freund von Siggi und startete wegen der Krankheit einen Spendenaufruf: Hier kannst du Siggi helfen.
Hilfe für krebskranken Siggi: "Wiegt nur noch 62 Kilo"
Zwar hat Siggi Wohngeld beantragt, doch es dauert, bis die Mühlen der Bürokratie anlaufen. Ob der finanziellen Not musste Siggi inzwischen sogar sein Auto wieder zurück zum Händler bringen – und das, während er eigentlich versucht, gesund zu werden.
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Siggi kommt ursprünglich aus Nürnberg und hat dort Zeit seines Lebens als Koch gearbeitet, bevor es ihn vor zehn Jahren nach Treuchtlingen zog – auch der Arbeit auf dem Golfplatz wegen. "Er tut alles dafür, dass er den Krebs besiegt", sagt Menzel inFranken.de. Aktuell befinde sich Siggi in der dritten Runde der Chemotherapie.
"Die ersten zwei Zyklen waren sehr hart für ihn", berichtet Menzel. "Er wiegt nur noch 62 Kilo. Er hat nichts mehr essen können, hatte keinen Appetit. Er war nur noch auf dem Sofa, weil ihm die Kraft gefehlt hat." Seit dieser Woche gehe es ihm allerdings den Umständen entsprechend besser. Die Diagnose kam überraschend, trotz familiärer Vorbelastung. Siggis Mutter verstarb bereits an Bauchspeicheldrüsenkrebs, genau wie sein Bruder.
Siggi musste zwei seiner Schätze verkaufen
"Siggi ist ein total aufgeschlossener, zuvorkommender, liebevoller Mensch, der für alle anderen da ist. Er schaut immer erst auf andere, bevor er auf sich selbst schaut", sagt Menzel. "Er ist bekannt wie ein bunter Hund." Das kommt auch von Siggis Engagement im Masken- und Brauchtumsverein "Heidecker Hexenstube". Dort ist Siggi der zweite Vorstand, aktuell vertritt ihn Menzel. Daher kennen sich die beiden.
Dort geht es um das Brauchtum alter Sagen, Rituale und regionaler Mythen. Die Mitglieder nehmen in aufwendiger Verkleidung mit Holzmasken etwa an Faschings- und Brauchtumsumzügen teil. Es geht laut Menzel in Richtung Perchten – dämonische Sagengestalten, die besonders in den Rauhnächten den Winter und böse Geister austreiben sollen. "Jeder hat handgeschnitzte Masken und ein selbstgebasteltes Gewand", erläutert Menzel. "Wir sind eine reine Hexengruppe – nur Hexen und Hexer."