Im Regionalexpress hat an der Haltestelle Weißenburg ein unbekannter Mann eine Zugbegleiterin brutal angegriffen. Obwohl sie um Hilfe schrie, kümmerte sich niemand der umstehenden Fahrgäste, wie die Bundespolizei schildert.
Am Mittwoch (6. Juni 2024) kontrollierte eine 30-jährige Zugbegleiterin im Regionalexpress 59122 auf der Fahrt von Augsburg nach Nürnberg im Rahmen ihres sogenannten Servicegangs die Notausstiege, wie die Bundespolizei erklärt. Auf Höhe des Bahnhofs Weißenburg fiel ihr demnach gegen 13 Uhr ein Fahrrad samt Fahrradanhänger auf, welches die Türen blockierte.
Als sie den Besitzer mit der Bitte, den Anhänger aus dem Türbereich zu stellen, ansprach, reagierte dieser unmittelbar aggressiv, wie es im Bericht heißt. "Der Mann, welcher in Begleitung seiner kleinen Tochter war, schlug der Frau mit den Fäusten auf den Oberkörper und zog derart an ihren Handy-Umhängebändern, dass sie dadurch Verletzungen erlitt und ihr Diensthandy zu Boden fiel und beschädigt wurde", so die Polizei.
Fahrgäste ignorieren Gewalt-Angriff auf Zugbegleiterin in Weißenburg - Polizei sucht Zeugen
Die Zugbegleiterin machte demnach umstehende Reisende mehrfach auf sich aufmerksam und bat um Hilfe, diese blieb jedoch aus. Die Hilferufe der 30-Jährigen wurden von den umstehen Reisenden nicht erhört, heißt es. Der Schaden des beschädigten Mobiltelefons belaufe sich auf 200 Euro. Gegen den unbekannten Mann habe die Bundespolizeiinspektion Nürnberg ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Hinweise zur Tat oder dem Täter nimmt die Bundespolizeiinspektion Nürnberg unter der 0911-205551-0 oder unter bpoli.nuernberg@polizei.bund.de entgegen.
"Solche und ähnliche Vorfälle sind für die meisten Menschen Ausnahme- und Stresssituationen. Dennoch ist jeder Mensch in Gefahren- oder Notfällen verpflichtet, Hilfe zu leisten", betont die Bundespolizei. Diese zu unterlassen, könne gegebenenfalls strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Polizei nennt im Bericht sechs wichtige Verhaltenstipps für derartige Situationen. "Dabei muss und sollte man sich nie selbst in Gefahr bringen, jedoch mindestens die Polizei verständigen", heißt es:
- "Hilf, aber bring Dich nicht in Gefahr
- Ruf die Polizei unter 110
- Bitte andere um Mithilfe
- Präge dir die Tätermerkmale ein
- Kümmer Dich um Opfer
- Sag als Zeuge aus"
Vorschaubild: © Philipp von Ditfurth/dpa