Brombachsee: 15-Jähriger erstochen - Mutter spricht unter Tränen
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Pleinfeld, Donnerstag, 22. Januar 2026
Der Prozess wegen eines im Juni 2025 am Großen Brombachsee getöteten Jugendlichen hat begonnen. Zum Start ergriff die Mutter des
Die Tat erschütterte viele Menschen: An einem angenehmen Sommerabend im vergangenen Juni soll eine 19-Jährige einen Jugendlichen in Mittelfranken mit einem Taschenmesser erstochen haben. Der 15-Jährige verstarb noch am Tatort. Nun beginnt am Landgericht in Ansbach der Prozess gegen die Heranwachsende.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Deutsche des heimtückischen Mordes. Den Ermittlungen zufolge wartete die junge Frau aus Nürnberg mit Freunden an jenem Abend an einer Bushaltestelle in der Nähe des Brombachsees. An der Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite wartete ebenfalls eine Gruppe junger Leute, unter denen sich das spätere Opfer befand.
Update vom 22.01.2025, 11.24 Uhr: Angeklagte entschuldigt sich - doch die Reaktion ist deutlich
Die junge Frau hat sich vor Gericht bei der Mutter des Opfers für die Tat entschuldigt. "Es tut mir leid", sagte die 19-Jährige am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht in Ansbach.
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Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Deutsche, den Jugendlichen bei einem Disput an einer Bushaltestelle in der Nähe des Brombachsees in Mittelfranken mit einem Taschenmesser erstochen zu haben. Die Mutter lehnte die Entschuldigung der Angeklagten ab: "Mein Kind ist tot. Er kommt nie wieder", sagte sie.
Stockend und unter Tränen schilderte die Angeklagte vor Gericht, was aus ihrer Perspektive an jenem Abend im vergangenen Juni passiert ist. An die Tat selbst könne sie sich nicht erinnern, sagte sie. An dieser Darstellung gibt es laut der Vorsitzenden Richterin jedoch Zweifel. "Aufgrund der Schwere der Verletzung war eine Rettung des Geschädigten von vorneherein unmöglich", sagte Eberlein.
Erstmeldung vom 22.01.2026, 07.50 Uhr: Toter 15-Jähriger am Brombachsee: Öffentlichkeit darf Prozess beiwohnen
Beide Gruppen gerieten in einen Streit. Dabei soll die 19-Jährige den Jugendlichen rassistisch beleidigt haben. Dieser besaß die deutsche und brasilianische Staatsangehörigkeit. Aus Sicht der Ermittler war Rassismus dennoch nicht das Motiv für die Tat. Schließlich soll die junge Frau über die Straße zu der anderen Gruppe gegangen sein.
In ihrer Hand soll sie dabei versteckt ein Taschenmesser gehalten haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge schlug sie dem 15-Jährigen erst mit der Faust ins Gesicht und stach ihm dann das Messer in den Hals. Für den Jugendlichen kam jede Hilfe zu spät. Die wohl größte Überraschung: Die Öffentlichkeit ist nach Angaben eines Gerichtssprechers zu der Verhandlung zugelassen.