Wander-Lust-Wege heißen 19 Touren im Schweinfurter Land, die im Zuge des neuen Wanderwegekonzeptes entstanden. Fünf davon liegen im Oberen Werntal. Der Steinhauerweg rund um Egenhausen nimmt Bezug auf die Vergangenheit, in der aus Egenhäuser Steinbrüchen das Material für Schlösser, Kirchen, Häuser und Bildstöcke bezogen wurde. Am Sonntag, 5. Juni, wird dieser Premiumweg zum ersten Mal offiziell mit einer Führung erwandert.

Nicht von ungefähr liegt im 600-Einwohner-Dorf Egenhausen das Fränkische Bildstockzentrum, das um 10 Uhr Ausgangspunkt der neun Kilometer langen Wanderung ist. Unter der Führung von Winfried Hahner wird in zweieinhalb Stunden nicht nur eine abwechslungsreiche, hügelige Landschaft erkundet. Der Wanderer erfährt einiges über die Entstehung der vier Steinbrüche, über die Arbeitsverhältnisse der Steinhauer in früheren Zeiten und über Bildstöcke, Kreuzschlepper, Grotten und Kapellen.

Weil der Sandstein bei Egenhausen nahe an die Oberfläche tritt, wurde er seit dem Mittelalter hier aus dem Boden geholt. Die Natur hat sich mittlerweile die Flächen wieder zurückerobert und in landschaftliche Kleinode verwandelt, was die Attraktivität des Weges unterstreicht.

Zu den vier (ehemaligen) Steinbrüchen zählt das zugeschüttete Kieselloch oberhalb von Vasbühl sowie der Steinbruch an der Grotte, links der Straße nach Schnackenwerth, der 1955 eingestellt wurde. Von dort wurden im 16. Jahrhundert Steine für das Schweinfurter Rathaus sowie das dortige Mühltor geliefert.


Nach dem Zweiten Weltkrieg

Ein dritter Steinbruch lag am Teufelsgraben Richtung Schleerieth, wo nach dem Zweiten Weltkrieg keine Steine mehr gebrochen wurden. Der vierte Steinbruch wird am Geißberg, an der Grenze zu Geldersheim, geortet. Dort wurden einst harte Steine für Schleif- und Wetzsteine gebrochen.

Vom Ausgangspunkt Bildstockzentrum führt die Tour zunächst auf der Hauptstraße nach Westen, hinter dem Sportplatz stößt man auf den Steinhauerweg. Noch 200 Meter die Straße entlang biegt man gegenüber des alten Sühnekreuzes nach links in das Brunnholz ein. Auf grasigen Wegen geht es zum Waldstück Goldgarten und dort immer am Waldrand entlang. Wieder empfängt ein Bildstock an der Straße nach Schleerieth den Wanderer.

Wenig später überquert der Steinhauerweg nach Norden die Straße und führt im Zick-Zack durch die Felder zurück Richtung Egenhausen in den Teufelsgraben. Streuobstwiesen ziehen sich die Hänge hoch. Im Talgrund warten Bildstock und eine kleine Kapelle am Steinberg an der Straße nach Schnackenwerth. Der Steinberg war früher ein Steinbruch. Die Mulden und Senken, Terrassen und Hügelkuppen sind jetzt mit Obstbäumen, Haselnusssträuchern und Schlehenbüschen, Eichen und Kastanien bewachsen. Am höchsten Punkt steht eine kleine Mariengrotte.

Vorbei geht es am Wasserbehälter am Sträßchen zur Egenhäuser Mühle, hinab ins Tal und hinter der Brücke des Stöckichsbachs nach links an den Hecken entlang. Am Waldrand führt ein schmaler Pfad, rechts breitet sich bald der alte Steinbruch aus, eine Hütte markiert das einstige Zentrum des Abbaugebietes.


Idyllischer Talgrund

Idyllisch ist der Talgrund zwischen Egenhausen und Brebersdorf. Das Bauholzbrünnlein liegt im Wald versteckt. In den Feldern danach gibt es eine schöne Aussicht ins Schweinfurter Becken, bevor die Hauptstraße wieder zurück zum Bildstockzentrum lenkt.


5. Juni An die Wanderung, die am Sonntag, 5. Juni, um 10 Uhr beginnt, schließt sich ein Schlusshock in der Brotzeitstube Schmittfull an, wo auf eigene Rechnung eingekehrt wird.

Anmeldung Allianzmanagerin des Oberen Werntals, Eva Braksiek, Tel.: 09726/ 907 486, E-Mail: info@oberes-werntal.de. Infos und Karte unter www.schweinfurt360.de/naturreich/wandern/.