Zwar machen die Schweinfurter im Derby beim TSV Aubstadt einen 0:2-Rückstand wett, zu mehr als einem 2:2 reicht das aber nicht.
TSV Aubstadt - FC 05 Schweinfurt 2:2 (1:0). Tore: 1:0 Michael Kraus (28.), 2:0 Martin Thomann (46.), 2:1, 2:2 Adam Jabiri (62./Handelfmeter, 69.).
Kameraden müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen - so steht es eingebrannt auf einen Holzscheit an der Wand im Sportheim des TSV Aubstadt. Daran gehalten haben sich die Hausherren. Dass es ihnen nicht zum Sieg gereicht hat, lag einzig und allein daran, dass der FC 05 den Kopf doch noch aus der Schlinge gebracht und sich ein glückliches 2:2 (1:0) erkämpft hat. Die klassische Elf-Männer-Kameradschaft half den Schweinfurtern weniger als ein erst nach der Pause eingewechselter und überragender Adam Jabiri.
"Der ist Wahnsinn", lobte 05-Coach Timo Wenzel den an der Hüfte verletzten zweifachen Torschützen, der sich unter Schmerzen durchgerungen hatte, seinem Team zu helfen. "Was der zusätzlich an Abwehrarbeit geleistet hat", stimmte TSV-Kollege Josef Francic mit ein. "Dass es ohne mich nicht ginge, wäre zu einfach gesagt", wiegelte der 35-jährige Ausnahmestürmer aber in aller Bescheidenheit ab. Und wurde angesichts der nun schon acht Punkte Rückstand auf Türkgücü München sogar noch demütig: "Wir wären gut beraten, nicht darauf zu schauen, was München macht."
Auf Dauer ist das kein Pech
Ja, acht Punkte, die waren's im November 2018 auch, auf die kleinen Bayern. Das Ende ist bekannt. Da nutzen den Schweinfurtern keine Komplimente für die beherzte zweite Halbzeit gegen München, nicht für die starke, aber verlorene Partie in Eichstätt, auch nicht für gute zweite 45 Minuten im Grabfeld. Jabiri rechnete zwar vor, dass gegen Nürnberg und Eichstätt sechs Punkte verdient gewesen wären und man dann im Soll liegen würde, aber: Wenn es über Wochen eines steten "hätte, wäre oder wenn" bedarf, dann ist es auf Dauer kein Pech, wenn die Punkte ausbleiben. "Mit der Thematik Aufstieg möchte ich mich, Stand jetzt, nicht beschäftigen", mag Wenzel die Lage gar nicht schön reden. "Wir sind daran selbst schuld. Man darf so eine Halbzeit wie die erste nicht spielen."
Die war die Fortsetzung zweier Entwicklungen: Während die Gäste aus Schweinfurt nahtlos an den schwarzen Oktober anknüpften, sich vorne harmlos und hinten anfällig zeigten, demonstrierten die Aubstadter mit druckvollem Offensivspiel, warum sie nach ihren vier Siegen in Folge völlig zurecht in der Spitzengruppe gelandet sind. Nach einer vorsichtigen Anfangsphasen hatten sie sich die Nullfünfer zurecht gelegt und ausgespäht, wie's geht: mit einem Maximum an Tempo. "Wir haben schon Qualität, nicht nur Glück", so Francic.
So war die Führung für die Grabfelder nur logische Konsequenz. Und ausgerechnet eine Co-Produktion von zwei Ex-05ern: Martin Thomanns Schuss konnte Keeper Luis Maria Zwick noch aus der Ecke holen, der Seitfallzieher des nachsetzenden Michael Kraus war aber nicht mehr haltbar. Und der TSV setzte nach gegen einen FC 05, der nicht einmal im Ansatz seinen Rhythmus fand und bei dem Aaron Frimpong Manu auf der Zehn eine riesige Lücke ließ, weil er entweder hinfiel, foulte oder den Ball nicht kontrollieren konnte. Und so hatte Thomann mit einem 30-m-Schuss, der knapp vorbei zischte, gar das 2:0 auf dem Fuß (42.).
Nicht den Hauch einer Chance
Der FC 05 hatte vor der Pause nicht den Hauch einer Torchance. Die einzige gefährliche Szene resultierte aus einer Attacke von Aubstadts Torhüter Christian Mack und Verteidiger Dominik Grader gegen Kevin Fery, die Schiedsrichter Lothar Ostheimer als nicht elfmeterwürdig erachtete (44.). Dann brachte 05-Trainer Timo Wenzel eben doch den an der Hüfte verletzten Goalgetter Adam Jabiri.