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Aubstadt
Fußball Regionalliga

FC 05 legt Aufstiegstraum auf Eis

Zwar machen die Schweinfurter im Derby beim TSV Aubstadt einen 0:2-Rückstand wett, zu mehr als einem 2:2 reicht das aber nicht.
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Torjubel, aber auch Trotz: FC-05-Stürmer Adam Jabiri (links) wollte sich kaum von den Kollegen feiern lassen - und nicht davon reden, wie man München noch von der Tabellenspitze verdrängen könne. Foto: Rudi Dümpert
Torjubel, aber auch Trotz: FC-05-Stürmer Adam Jabiri (links) wollte sich kaum von den Kollegen feiern lassen - und nicht davon reden, wie man München noch von der Tabellenspitze verdrängen könne. Foto: Rudi Dümpert

TSV Aubstadt - FC 05 Schweinfurt 2:2 (1:0). Tore: 1:0 Michael Kraus (28.), 2:0 Martin Thomann (46.), 2:1, 2:2 Adam Jabiri (62./Handelfmeter, 69.).

Kameraden müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen - so steht es eingebrannt auf einen Holzscheit an der Wand im Sportheim des TSV Aubstadt. Daran gehalten haben sich die Hausherren. Dass es ihnen nicht zum Sieg gereicht hat, lag einzig und allein daran, dass der FC 05 den Kopf doch noch aus der Schlinge gebracht und sich ein glückliches 2:2 (1:0) erkämpft hat. Die klassische Elf-Männer-Kameradschaft half den Schweinfurtern weniger als ein erst nach der Pause eingewechselter und überragender Adam Jabiri.

"Der ist Wahnsinn", lobte 05-Coach Timo Wenzel den an der Hüfte verletzten zweifachen Torschützen, der sich unter Schmerzen durchgerungen hatte, seinem Team zu helfen. "Was der zusätzlich an Abwehrarbeit geleistet hat", stimmte TSV-Kollege Josef Francic mit ein. "Dass es ohne mich nicht ginge, wäre zu einfach gesagt", wiegelte der 35-jährige Ausnahmestürmer aber in aller Bescheidenheit ab. Und wurde angesichts der nun schon acht Punkte Rückstand auf Türkgücü München sogar noch demütig: "Wir wären gut beraten, nicht darauf zu schauen, was München macht."

Auf Dauer ist das kein Pech

Ja, acht Punkte, die waren's im November 2018 auch, auf die kleinen Bayern. Das Ende ist bekannt. Da nutzen den Schweinfurtern keine Komplimente für die beherzte zweite Halbzeit gegen München, nicht für die starke, aber verlorene Partie in Eichstätt, auch nicht für gute zweite 45 Minuten im Grabfeld. Jabiri rechnete zwar vor, dass gegen Nürnberg und Eichstätt sechs Punkte verdient gewesen wären und man dann im Soll liegen würde, aber: Wenn es über Wochen eines steten "hätte, wäre oder wenn" bedarf, dann ist es auf Dauer kein Pech, wenn die Punkte ausbleiben. "Mit der Thematik Aufstieg möchte ich mich, Stand jetzt, nicht beschäftigen", mag Wenzel die Lage gar nicht schön reden. "Wir sind daran selbst schuld. Man darf so eine Halbzeit wie die erste nicht spielen."

Die war die Fortsetzung zweier Entwicklungen: Während die Gäste aus Schweinfurt nahtlos an den schwarzen Oktober anknüpften, sich vorne harmlos und hinten anfällig zeigten, demonstrierten die Aubstadter mit druckvollem Offensivspiel, warum sie nach ihren vier Siegen in Folge völlig zurecht in der Spitzengruppe gelandet sind. Nach einer vorsichtigen Anfangsphasen hatten sie sich die Nullfünfer zurecht gelegt und ausgespäht, wie's geht: mit einem Maximum an Tempo. "Wir haben schon Qualität, nicht nur Glück", so Francic.

So war die Führung für die Grabfelder nur logische Konsequenz. Und ausgerechnet eine Co-Produktion von zwei Ex-05ern: Martin Thomanns Schuss konnte Keeper Luis Maria Zwick noch aus der Ecke holen, der Seitfallzieher des nachsetzenden Michael Kraus war aber nicht mehr haltbar. Und der TSV setzte nach gegen einen FC 05, der nicht einmal im Ansatz seinen Rhythmus fand und bei dem Aaron Frimpong Manu auf der Zehn eine riesige Lücke ließ, weil er entweder hinfiel, foulte oder den Ball nicht kontrollieren konnte. Und so hatte Thomann mit einem 30-m-Schuss, der knapp vorbei zischte, gar das 2:0 auf dem Fuß (42.).

Nicht den Hauch einer Chance

Der FC 05 hatte vor der Pause nicht den Hauch einer Torchance. Die einzige gefährliche Szene resultierte aus einer Attacke von Aubstadts Torhüter Christian Mack und Verteidiger Dominik Grader gegen Kevin Fery, die Schiedsrichter Lothar Ostheimer als nicht elfmeterwürdig erachtete (44.). Dann brachte 05-Trainer Timo Wenzel eben doch den an der Hüfte verletzten Goalgetter Adam Jabiri.

Wirkung zeigte Jabiris Einsatz aber erst, als es bereits 2:0 stand. Thomann hatte von links mit einem Traum-Schuss in den Winkel getroffen. Was Wenzel auf die Palme brachte: "Wir haben genau das auf Video analysiert. Wir haben gewusst, dass Thomann oft in die Mitte zieht und fallen dennoch darauf herein. So etwas hat mit Spiel-Intelligenz zu tun und damit, wie sehr ich mich mit dem anstehenden Spiel beschäftige." Dass es nicht gleichbedeutend mit der Niederlage war, lag an Jabiri, der sich nach dem Spiel als Einziger von den 05-Fans Applaus abholen durfte, während der Rest zu hören bekam: "Wir sind Schweinfurter, ihr nicht."

Sofort präsent

Ruck zuck war Jabiri präsent. "Er hat in zwei Minuten mehr Offensivaktionen gehabt, als die ganze Mannschaft", so Wenzel. Den ersten Kopfball fingerte Mack gerade noch zur Ecke (47.). Dann aber traf er, gleichwohl nach einem Handspiel von Steffen Behr per Elfmeter. Zwar hatte der FC 05 noch einmal Glück, dass Julius Benkensteins 40-m-Bogenlampe knapp drüber segelte (64.), doch dann folgte Jabiris zweiter Streich: Mit dem Rücken zum Tor an den Ball gekommen, drehte er sich um Grader und vollendete.

Selbst den Schock, dass Zwick mit einer Muskelzerrung runter musste, verkrafteten die Schweinfurter jetzt. Der eingewechselte Jan Reichert machte im Tor seine Sache genauso gut, wie der für Kleineheismann in die Innenverteidigung eingewechselte U-19-Kollege Pfarr. Der FC 05 spielte auf dem tiefen Platz zwar weiter wenig flüssig, aber kämpfte. Und wäre fast belohnt worden: In der Nachspielzeit zielte Gianlica Lo Scrudato nur knapp drüber. Das wäre aber auch zu viel des Guten gewesen. Der FC 05, der Platz drei hielt, muss sich nun schnellstmöglich mit Siegen etwas Selbstvertrauen zurückholen, will er nicht vor dem Winter ins Mittelfeld durchgereicht werden. "Jetzt müssen alle die Füße in die Hand nehmen", forderte Jabiri. Aber bitte nur bildlich.Michael Bauer

Aubstadt: Mack - Feser, Behr, Benkenstein, Grader - Müller - Pitter (71. Schebak), Kraus, Leicht (64. Trunk), Thomann - Dellinger (90.+2 Bieber).

Schweinfurt: Zwick (70. Reichert) - Fritscher, Kleineheismann (46. Pfarr), Billick, Lo Scrudato - Korb, Fery - Danhof, Manu (46. Jabiri), Laverty - Awata.

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