Der Triumph im Achtelfinale gegen Drittligist FC Ingolstadt war der achte Pflichtspiel-Sieg des FC 05 in Serie. Warum die Schweinfurter im Viertelfinale auch vor den Würzburger Kickers keine Angst hätten.
FC 05 Schweinfurt - FC 04 Ingolstadt 6:5 (1:1, 0:0) n. E. Tore: 1:0 Amar Suljic (68.), 1:1 Fatih Kaya (90.+4).
Elfmeterschießen: 2:1 Maximilian Beister, 2:2 Marco Fritscher, 3:2 Fatih Kaya, 3:3 Adam Jabiri, 4:3 Stefan Kutschke, 4:4 Amar Suljic, Luis Zwick hält gegen Patrick Sussek, 4:5 Sascha Korb, 5:5 Marcel Gaus, 5:6 Pius Krätschmer.
Sieger haben leicht reden. Aber Amar Suljic, der mit seinem 1:0 das Tor zum Viertelfinale aufgestoßen hatte, will man glauben, wenn er sagt: "Ich war zwar sauer über das späte Gegentor. Aber ich habe, wir alle haben gewusst, dass wir dieses Elfmeterschießen gewinnen." Warum? "Weil wir es verdient hatten."
Mit seiner stärksten Saisonleistung schaltete Regionalliga-Primus FC 05 vor 2029 Zuschauern den Drittliga-Dritten FC 04 Ingolstadt leistungsgerecht aus. Das Neue beim achten Pflichtspiel-Sieg in Serie: Die Schweinfurter zeigten ihre Qualität über die kompletten gut 90 Minuten. "Wir haben einen unglaublichen Rückenwind, sind physisch stark und im Kopf. Wir sind einfach gut drauf", wollte Suljic, der Ex-Ingolstadter, gar nicht aufhören mit Eigenlob, das an diesem magischen Abend im Willy-Sachs-Stadion überhaupt nicht stank. "Wir sind so breit aufgestellt, dass der Kräfteverschleiß sich auch nicht auf die Liga auswirken wird", prognostizierte Suljuc eine Fortsetzung der Serie am Samstag gegen Memmingen.
Dabei sei der 21-Jährige, so sein Trainer Timo Wenzel, keiner, der abhebt: "Trotz seiner Jugend war er gegen sein altes Team nicht übermotiviert; er hat das richtig gut gemacht. " Nicht nur wegen des Abstauber-Tores, das ihm Adam Jabiri fußgerecht serviert hatte (68.). "Amar ist ein Spieler mit sehr viel Potenzial, er ist aber noch lange nicht da, wo wir ihn sehen", sagt Wenzel.
Mit Pius Krätschmer, Benedict Laverty, Tim Danhof oder auch Gianlica Lo Scrudato verfügen die Schweinfurter über weitere Anfang-Zwanziger mit hohen Leistungsprognosen, die jetzt schon Stammspieler-Status genießen und im K.o.-Spiel gegen einen wiederaufstiegswilligen Zweitliga-Absteiger keine Nerven zeigten. Bezeichnend, dass Krätschmer den entscheidenden Elfmeter überzeugend verwandelte, nachdem vorher 05-Keeper Luis Maria Zwick gegen Patrick Sussek gehalten hatte. Bezeichnend auch, dass die junge Schweinfurter Mannschaft den unglücklichen Ausgleich durch Fatih Kaya in der vierten Minute der Nachspielzeit gut verkraftete.
"Wir haben gesagt: Wir stellen uns dieser Mannschaft. Und das haben die Jungs bravourös gemacht", sagte Wenzel. "Wir haben mit Mentalität und Leidenschaft gespielt, auch sehr gut verschoben."