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Bei Schweinfurt sind jetzt Typen gefragt

Neun Tage vor dem München-Spiel steht mit Verfolger Bayreuth eine hohe Hürde. Wie die FC-05er nach zwei Patzern im Franken-Derby zurück in die Erfolgsspur wollen.
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Bisher eine sehr verlässliche Größe: Luis Zwick ist die unangefochtene Nummer eins im Tor des FC 05 Schweinfurt.  Foto: Frank Scheuring
Bisher eine sehr verlässliche Größe: Luis Zwick ist die unangefochtene Nummer eins im Tor des FC 05 Schweinfurt. Foto: Frank Scheuring

SpVgg Bayreuth - FC Schweinfurt (Samstag, 14 Uhr) "Wir wollen uns nicht klein reden." Sagt Luis Maria Zwick, seit Saisonbeginn die Nummer eins im Tor des FC 05 Schweinfurt. An sich gibt es keinen Grund für Understatement beim Tabellenzweiten, der punktgleich Schritt hält mit Spitzenreiter Türkgücü München. Wenn da nicht diese zwei Pflichtspiel-Pleiten am Stück gewesen wären, die die Ausgangslage für das Spitzenspiel bei der fünftplatzierten und aufstiegswilligen SpVgg Bayreuth von ausgezeichnet auf gut herabqualifiziert haben.

Noch trennen die beiden fränkischen Traditionsklubs acht Punkte. Doch die Differenz könnte auf fünf schrumpfen, eine Woche vor dem Gipfel zwischen Schweinfurt und München. Druck verspürt Zwick deswegen nicht. "Das kommt nur von außen. Intern ist uns völlig klar gewesen, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen können. Hätten wir vor der Saison gesagt bekommen, dass wir nach 14 Spieltagen gleichauf mit München sind, hätten wir das unterschrieben", sagt der 25-Jährige, der von Optik Rathenow kam und für Dundee United schon in der ersten schottischen Liga gehalten hat.

Nicht immer viel zu halten

Zwick vertraut darauf, dass sich die Schweinfurter konstant gegen Top-Gegner besonders fokussieren können. "Und Bayreuth ist so ein Top-Gegner. Da dürfen wir nur im Kopf haben, diese drei Punkte zu holen." In seinen Worten schwingt dieses "egal wie" mit. Wohl mit Bedacht. Denn sein Trainer Timo Wenzel erwartet kein schönes Spiel: "Das wird ein Fight, ein absoluter Kracher. Wer die meisten Zweikämpfe gewinnt, gewinnt das Spiel." Die spielerisch fraglos in der Liga eine Ausnahmestellung einnehmenden Nullfünfer werden jene Tugenden zeigen müssen, die sie beim Pokal-Aus in Aschaffenburg viel zu spät entdeckten.

Die Schweinfurter wissen, das sie binnen zehn Tagen den bisher starken Eindruck zunichte machen, aber auch krönen können. Jetzt muss sich der Charakter der Mannschaft zeigen. Einen Charakter, den sie habe, so Zwick, der gerade wegen des Teamgeistes seine Vereinswahl nicht bereut. "Ich habe selten so ein gegenseitiges Vertrauen gespürt." Ein Vertrauen, das er mit Konstanz zurückzahlt. "Es ist nicht immer einfach für mich, weil ich nicht so viel zu halten habe. Ich kann keine acht, neun Paraden zeigen. Ich muss in den wenigen Momenten da sein." Nun, in Bayreuth könnten es ein paar Momente mehr werden.

Lange Bälle sind nicht selten das Resultat solch intensiver Partien, wie das Derby eine werden dürfte. "Da genau liegt eine der Stärken von Luis", sagt Wenzel. "Außerdem hat er eine ruhige Ausstrahlung, dirigiert gut und hat ein starkes Passspiel." Zwick wolle selbst im Training immer gewinnen. Solche Typen sind gefragt in Bayreuth. Da schmerzt es den Trainer, dass mit Sascha Korb ausgerechnet seine größte "Kampf-Sau" fehlt wegen der fünften Gelben Karte.

Das macht die Besetzung der zentralen Defensive schwierig. Möglich, dass Pius Krätschmer die Innenverteidigung wieder verlassen wird und auf die Doppelsechs zurückkehrt. Oder Lukas Billick rückt eine Position nach vorn. In jedem Fall würde hinten mittig eine Lücke entstehen, die der zuletzt ins zweite Glied gerutschte Kapitän Stefan Kleineheismann einnehmen dürfte. Oder wirft Wenzel Aaron Frimpong Manu, bis dato nur Wechselspieler, ins kalte Wasser? "Lasst euch überraschen", ist Wenzel zugeknöpft wie nie.

Alternativen hat er ausreichend. Außer den Langzeitverletzten Ronny Philp, Lamar Yarbrough und Lukas Ramser fehlt nur Emir Bas, der in der U19 zum Zug kommt. Dass bei den Bayreuthern mit Philip Messingschlager, Christopher Kracun und Alexander Piller drei Ex-Schweinfurter spielen, wertet Wenzel zwiespältig. Ihm ist ihm deren "besondere Motivation" bewusst, er sagt aber auch: "Wir kennen ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen. Und Letztere wollen wir ausnutzen."

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