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Produktions-Aus in Schweinfurt: SenerTec-Mitarbeiter protestieren


Autor: Ralf Welz

Schweinfurt, Donnerstag, 29. Januar 2026

Laut Gewerkschaft wären von der Schließung über 75 Jobs betroffen. Die Belegschaft hat nun entschieden gegen die Pläne des Konzerns demonstriert.
Die Produktion von Wärmeerzeugern in Schweinfurt (Symbolbild) steht vor dem Aus. Belegschaft, Gewerkschaft und Stadtspitze kämpfen um den Erhalt der Arbeitsplätze.


Bei der SenerTec GmbH in Schweinfurt kommt es zu einer Produktionsschließung. Der Mutterkonzern BDR Thermea hat angekündigt, die Fertigung am unterfränkischen Standort dauerhaft einzustellen. Die Fertigung von Wärmeerzeugern wird im Zuge einer strategischen Neuausrichtung in das europäische Fertigungsnetzwerk des Konzerns verlagert. Laut Unternehmensangaben soll die Neuausrichtung bis Ende 2026/Anfang 2027 abgeschlossen sein.

Um den Unmut über das Vorhaben öffentlichkeitswirksam zu signalisieren, fand am Donnerstag (29. Januar 2026) vor Ort eine Protestaktion unter Beteiligung der Belegschaft statt. Laut Angaben der örtlichen IG Metall demonstrierten mehr als 100 Beschäftigte gemeinsam mit der Gewerkschaft am Standort Schweinfurt gegen das angekündigte Aus der Produktion. "Davon wären 76 Arbeitsplätze betroffen", heißt es vonseiten der Arbeitnehmervertretung. 

SenerTec schließt Werk in Schweinfurt - über 75 Stellen betroffen

Anlass des Protests ist laut Mitteilung der IG Metall die Entscheidung des Konzerns BDR Thermea, die Produktion beim Tochterunternehmen SenerTec bereits Ende März 2026 zu beenden. Im Rahmen der am Donnerstag erfolgten Aktion äußerten sich sowohl Vertreter der IG Metall als auch des Betriebsrats kritisch zu den Plänen. Matthias Gebhardt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Schweinfurt, betonte in seiner Rede die Bedeutung der Arbeitsplätze und die Erfahrung der Beschäftigten am Standort.

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"Diese Entscheidung ist weder wirtschaftlich noch strategisch nachvollziehbar", kritisierte Gebhardt in seiner Rede. "Hier sollen eingespielte, hochqualifizierte industrielle Arbeitsplätze geopfert werden - ohne tragfähige Zukunftsperspektive für die Beschäftigten. Das ist Steinzeitkapitalismus statt verantwortungsvolle Industriepolitik." Auch Betriebsratsvorsitzender Christian Zimmer wies auf die Bedeutung des Unternehmens für die Region und die Energiewende hin.

"Die angekündigte Einstellung der Produktion gefährdet nicht nur Existenzen, sondern schwächt auch einen wichtigen Baustein der Energiewende." Gerade die von SenerTec entwickelten Blockheizkraftwerke der Marke "Dachs" leisteten einen zentralen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung und zur Stabilisierung von Strom- und Wärmenetzen, so Zimmer.

Oberbürgermeister will sich für Arbeitsplatzerhalt einsetzen

Während der Protestaktion forderten Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft die Entwicklung von Alternativen zur vorgeschlagenen Produktionsschließung. Dazu gehören nach ihren Angaben Konzepte zur Sicherung des Standorts, Investitionen in neue Produkte und Gespräche über industrielle Zukunftsperspektiven in Schweinfurt. Vertreter von IG Metall und Betriebsrat kündigten an, den Druck auf das Unternehmen in den kommenden Wochen aufrechterhalten zu wollen. "Wir werden diesen Einschnitt nicht einfach akzeptieren", wird IG Metall-Funktionär Gebhardt in der Pressemitteilung der Gewerkschaft zitiert.

Auch die Schweinfurter Stadtspitze bemüht sich derweil um Erhalt der Arbeitsplätze. Mit dem Auslaufen der Produktion endet vor Ort auch die Fertigung der sogenannten "Dachs"-Produktlinie für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) betonte in einer am Mittwoch (28. Januar 2026) veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt die Bedeutung des Standorts für Beschäftigte sowie für Schweinfurt. Er teilte mit, er stehe mit allen Beteiligten in engem Austausch und unterstütze Gespräche, die darauf abzielen, Perspektiven für die Arbeitsplätze und den Standort zu sichern.

Die Schließungsverkündung sei "eine Nachricht, die Schweinfurt in der sowieso schon schwierigen Wirtschafts- und Finanzlage, hart trifft", wird der OB zitiert. "Der Erhalt der Arbeitsplätze ist natürlich in erster Linie für die Beschäftigten und ihre Familien von zentraler Bedeutung, aber auch für unsere Stadt als Wirtschaftsstandort. "Wir brauchen den 'Dachs' in Schweinfurt“, erklärte Remelé.

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