Nürnberger Christkind: "Es trifft mich nicht, dass sie mich beleidigt haben" - Benigna Munsi im Interview
Autor: Redaktion
Schweinfurt, Donnerstag, 05. Dezember 2019
Am Freitag eröffnete Benigna Munsi den Christkindlesmarkt. Trotz vollen Terminkalenders war das neue Nürnberger Christkind nun auch in Unterfranken zu Gast. Bei ihrem Besuch auf dem Schweinfurter Weihnachtsmarkt sprach die 17-jährige Schülerin auch über die rassistischen Anfeindungen, denen sie kürzlich ausgesetzt war. Von Nicolas Bettinger
Am Freitag eröffnete die 17-jährige Benigna Munsi den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt als neu gewähltes Christkind. Doch schon nach Bekanntgabe ihrer Wahl wurde die gebürtige Nürnbergerin mit indischen Wurzeln von einem AfD-Kreisverband in einem Facebook-Post rassistisch beleidigt. Daraufhin erfuhr Munsi eine Welle der Solidarität und des Zuspruchs.
Interview mit Nürnberger Christkind - Benigna Munsi auf dem Schweinfurter Weihnachtsmarkt
Trotz ihres vollen Terminkalenders machte die Schülerin nun auch einen Halt in Unterfranken. Zwischen einem Besuch auf dem Schweinfurter Weihnachtsmarkt und einem TV-Auftritt mit Florian Silbereisen fand Benigna Munsi die Zeit, über ihre Aufgaben als Christkind und die rassistischen Anfeindungen gegen ihre Person zu sprechen.
Frau Munsi, wie stressig ist es eigentlich, das Christkind zu sein?
Benigna Munsi: Ehrlich gesagt glaube ich, dass es für die Menschen um mich herum stressiger ist als für mich selbst. Sie müssen mich immer wieder einfangen, mich mal hier hin und mal dort hin bringen. Bei den vielen Terminen ist es natürlich auch für mich anstrengend. Das merke ich schon, auch wenn meine Amtszeit gerade erst begonnen hat. Auf der anderen Seite bekomme ich unglaublich viel zurück. Zu sehen, wie sich die vielen Kinder aber auch die zahlreichen Erwachsenen freuen, ist auf alle Fälle lohnenswert.
Nach Ihrer Wahl zum Nürnberger Christkind hat sich ein AfD-Kreisverband rassistisch über Sie geäußert. Wie sehr hat es Sie überrascht, dass so viel über Ihre Wurzeln und weniger über Ihr Amt gesprochen wurde?
Munsi: Meine neue Aufgabe, das Christkind zu verkörpern, ist nach dieser Debatte total in den Hintergrund gerückt. Das fand ich sehr schade. Aber ich bin mir ganz sicher: Wäre ich nicht Christkind geworden, sondern eine andere, dann hätten sich die Menschen eben über deren Nase, die Augenfarbe oder die Haare aufgeregt. Es gibt immer Menschen, die anderer Meinung sind, die sich über irgendetwas beschweren müssen. In meinem Fall ist die Debatte natürlich etwas größer geworden als nötig. Leider ist das eben so.