Kreis Schweinfurt: Heimkinder sexuell missbraucht? Hausmeister geht in Revision
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Schweinfurt, Donnerstag, 30. April 2026
Vor mehr als 26 Jahren sollen Heimkinder sexuell missbraucht worden sein, die in einem Kinderdorf im Kreis Schweinfurt lebten. Der Verurteilte gesteht Übergriffe auf mindestens vier Jungen, doch mit der Strafe ist er nicht einverstanden.
Update vom 30.04.2026: Angeklagter ficht Urteil zu Missbrauch von Heimkindern an
Nachdem ein Mann wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Heimkindern zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden ist, geht er gegen die Entscheidung des Landgerichts Schweinfurt vor. Der 56-Jährige habe Revision eingelegt, teilte das Gericht mit. Nun wird sich voraussichtlich das Bayerische Oberste Landesgericht mit dem Fall beschäftigen.
Der Verdächtige hatte zu Beginn des Berufungsverfahrens Übergriffe auf mindestens vier Jungen gestanden, wenn auch nur zögerlich und mit angeblichen Erinnerungslücken. Den Darstellungen der Opfer zu den Übergriffen, wie sie in der Anklage festgehalten sind, werde er nicht widersprechen, sagte der 56-Jährige. "Es tut mir unheimlich leid." Im ersten Verfahren vor dem Amtsgericht Schweinfurt hatte sich der Mann nicht zu den Anschuldigungen geäußert.
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Der Angeklagte war um die Jahrtausendwende als Hausmeister in einem Heim im Landkreis Schweinfurt tätig. Der Missbrauch soll unter anderem in einem Wohnwagen auf dem Heimgelände und auf einer Almhütte in Österreich stattgefunden haben. Die Opfer sollen damals zwischen 11 und 15 Jahre alt gewesen sein.
Ersturteil 2025 gefallen
Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklagevertreter hatten vor dem Landgericht gefordert, den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren zu verurteilen. Die Verteidigung hätte für eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, plädiert.
Ursprünglich waren in dem Komplex zwei Männer angeklagt – der 56-Jährige und ein 1981 geborener Mann, der als Erzieher in dem Kinderdorf am Rande des Steigerwalds gearbeitet hatte. Das Amtsgericht Schweinfurt hatte den 56-Jährigen im Januar 2025 zu drei Jahren Haft und den anderen Angeklagten zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Demnach missbrauchten sie die Kinder unter anderem in Form von Oralsex und Analverkehr. Der Ältere legte Berufung ein.
Im Fall des anderen Angeklagten ging die Staatsanwaltschaft zunächst ebenfalls in Berufung, zog diese aber später zurück. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten damals Haftstrafen für beide Angeklagte gefordert. Vor dem Amtsgericht hatten mehrere ehemalige Heimkinder von Übergriffen des 56-Jährigen berichtet. Bis auf zwei Fälle sind alle anderen verjährt.
Update vom 15.04.2026: Angeklagter gesteht Missbrauch von mehreren Heimkindern
Ein wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Heimkindern angeklagter Mann hat vor dem Landgericht Schweinfurt zugegeben, sich an mehreren Jungen vergangen zu haben. Der 56-Jährige erklärte jedoch zu Beginn des Berufungsverfahrens, dass er sich nicht konkret an die Taten erinnern könne. Den Schilderungen der Opfer zu den Übergriffen, wie sie in der Anklage festgehalten sind, werde er nicht widersprechen. "Es tut mir unheimlich leid", sagte der Angeklagte.