Schweinfurt: Frauen gefilmt und sexuell missbraucht - Droht dem Orthopäden ein neuer Prozess?
Autor: Agentur dpa
Schweinfurt, Donnerstag, 04. Mai 2023
Er machte verbotene Aufnahmen von Frauen in seiner Praxis und nutzte seine Position als Arzt aus: Ein Schweinfurter Gericht hat bereits das Urteil gegen einen Orthopäden gefällt - doch dabei soll es nicht bleiben.
Update vom 04.05.2023, 11.15 Uhr: Anklage legt Revision gegen Urteil ein
Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt hat gegen das Urteil für einen Arzt, der entkleidete Patientinnen und Angestellte heimlich filmte, Revision eingelegt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Schweinfurt am Mittwoch mit. Nun wird sich voraussichtlich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen müssen.
Das Landgericht hatte den Orthopäden in der vergangenen Woche zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, weil er Frauen heimlich auf der Toilette oder bei Behandlungen gefilmt hatte. Die Strafe, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses, wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit für den geständigen Angeklagten beträgt drei Jahre.
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Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verlangt - die Verteidigung acht Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung.
Update vom 25.04.2023, 14.10 Uhr: Orthopäde filmt heimlich Frauen in Praxis - Urteil gefallen
Das Landgericht Schweinfurt hat einen Arzt zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, weil er Patientinnen und Angestellte heimlich auf der Toilette oder bei Behandlungen gefilmt hat. Die Strafe, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses, wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit betrage drei Jahre, teilte ein Landgerichtssprecher am Dienstag mit. Über das noch nicht rechtskräftige Urteil vom Montag hatte auch die Main-Post berichtet.
Der Orthopäde hatte zu Prozessbeginn die heimlichen Bildaufnahmen gestanden und sich entschuldigt. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verlangt, die Verteidigung acht Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung.
Laut Anklage wurden acht Frauen ungefähr zwischen 2016 und 2020 Opfer des Arztes. Der Mann soll unter anderem Patientinnen bei Untersuchungen die Brust massiert haben, obwohl es dafür keinen medizinischen Grund gegeben habe. Zwei in seiner Praxis angestellte Frauen soll er mit einer versteckten Kamera auf der Toilette gefilmt haben.
Update vom 17.04.2023, 11.45 Uhr: Orthopäde gesteht heimliche Aufnahmen von Frauen
Ein Arzt aus Unterfranken hat gestanden, Patientinnen und Angestellte heimlich etwa auf der Toilette oder bei Behandlungen in seiner Praxis gefilmt zu haben. "Ich schäme mich zutiefst dafür", ließ der Orthopäde am Montag von seinem Verteidiger vor dem Landgericht Schweinfurt erklären. Er entschuldige sich bei den Frauen, sagte einer seiner beiden Rechtsanwälte.