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Accel-Gruppe meldet Insolvenz an - Standort bei Schweinfurt betroffen


Autor: Julian Drescher, Agentur dpa

Sennfeld, Dienstag, 11. August 2026

Die Insolvenz der Accell-Gruppe betrifft auch den Standort der Winora-Group im fränkischen Sennfeld. Der Betrieb läuft weiter, ein Investor wird gesucht.
Der Standort Sennfeld bei Schweinfurt ist vom Insolvenzantrag der Accel-Gruppe betroffen.


Ungeachtet eines anhaltenden Radfahr-Booms haben gleich drei namhafte Fahrradunternehmen aus Bayern aufgrund der Schwierigkeiten ihrer niederländischen Muttergesellschaft Insolvenz angemeldet.

Das Amtsgericht Schweinfurt bestätigte am Montag, dass mit dem Beschluss vom vergangenen Freitag Verfahren in Eigenverwaltung für die deutsche Holding der niederländischen Accel-Gruppe sowie deren Tochtergesellschaften Winora Staiger GmbH, Ghost Bikes GmbH und Engelbert Wiener Bike-Parts GmbH eingeleitet wurden. Der Nürnberger Rechtsanwalt Stefan Debus wurde als vorläufiger Sachwalter ernannt.

Accel-Gruppe stellt Insolvenzantrag - Standort Sennfeld bei Schweinfurt betroffen

Winora hat im Raum Schweinfurt eine große Tradition - das Unternehmen wurde dort 1914 von dem Radrennfahrer Engelbert Wiener gegründet. In Sennfeld sind laut der Winora-Group auf Anfrage dieser Redaktion die Marken Winora und Haibike sowie der Teilegroßhandel E. Wiener Bike Parts mit der Eigenmarke XLC angesiedelt. Demnach befinden sich in Sennfeld Entwicklung, Vertrieb, Marketing, Service, Finance und das Personalwesen der genannten Marken sowie Lager und Logistik des Teilegroßhandels E. Wiener Bike Parts.

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Die Unternehmen mit Marken wie Haibike, Winora und Ghost beschäftigen laut Accell an den Standorten Sennfeld bei Schweinfurt und Waldsassen (Oberpfalz) 370 Mitarbeiter und erzielten 2025 einen Umsatz von 340 Millionen Euro. Ziel ist es, einen Investor zu finden und die deutschen Unternehmen aus dem Geflecht der niederländischen Gruppe herauszulösen. Der Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden, Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld zunächst gesichert. 

Accell Germany ist derzeit Teil der in den Niederlanden ansässigen und in vielen europäischen Ländern agierenden Accell Group, die mehrheitlich dem US-Finanzinvestor KKR gehört. Die Fahrradgruppe steckt international in Schwierigkeiten und macht dafür ein Nachlassen des Verkaufsbooms bei Fahrrädern verantwortlich, der im Zuge der Corona-Pandemie seinen Höhepunkt erreicht und dann überschritten hatte.

Probleme in vielen Ländern

Der Versuch eines strukturierten Verkaufsprozesses für die gesamte Accell Group ist zum Monatswechsel endgültig gescheitert. Infolgedessen hat die Accell Group weltweit in zahlreichen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union Insolvenzanträge gestellt, darunter in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Ungarn.

Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung hat die bestehende Geschäftsführung die Möglichkeit, den Sanierungsprozess in Abstimmung mit den Gläubigern selbst zu steuern.

Der deutsche Fahrradmarkt sei eine solide Grundlage für eine Sanierung, heißt es aus dem Büro des vorläufigen Sachwalters. Die Marken seien im Markt gut positioniert.