Druckartikel: Roth: Hackerangriff auf Klinik-IT - Notaufnahme musste schließen

Roth: Hackerangriff auf Klinik-IT - Notaufnahme musste schließen


Autor: Alexander Milesevic

Roth, Freitag, 09. Januar 2026

Unbekannte haben es auf das IT-Netz des Klinikums Roth abgesehen. Das wirkte sich kurzzeitig auch auf die Notfallversorgung in der Region aus.
Ein Schild steht auf dem Gelände des Kreisklinikums Roth. Ein Hackerangriff sorgte beim Klinikum Roth für kleine Einschränkungen.


Unbekannte haben das IT-Netzwerk der Kreisklinik Roth attackiert. Das Krankenhaus hat deshalb vorsorglich die Internetverbindung gekappt, teilten Klinik und Landratsamt mit. Kurzzeitig war auch die Notaufnahme geschlossen. Demnach ist die Klinik bereits seit dem späten Mittwochvormittag (7. Januar 2026) offline. Die Patientenversorgung auf den Stationen und im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) läuft den Angaben zufolge dennoch weiter. Das MVZ hat ein eigenes IT-Netzwerk.

Die Notaufnahme musste laut Klinik zwar kurzzeitig geschlossen werden. Sie ist aber seit dem Mittag wieder geöffnet. "Natürlich wurde die ganze Zeit über niemand abgewiesen, der mit einer Verletzung in der Notaufnahme auftauchte", sagte eine Sprecherin. Nur der Rettungsdienst sei in umliegende Kliniken umgeleitet worden. Grund der Maßnahme sei der vorsorgliche Schutz von Patientendaten gewesen.

Hackerangriff auf Klinik Roth: Strafrechtliche Ermittlungen laufen 

Über den Hackerangriff selbst ist bisher noch wenig bekannt. Das Landeskriminalamt ermittelt. Zudem wurden weitere Ermittlungsstellen eingeschaltet, wie die Abteilung Cybercrime des Landeskriminalamts, die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde sowie das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die technische Analyse und die forensische Untersuchung dauern an.

Video:




Für Patientinnen und Patienten gibt es kleine Einschränkungen: Rezepte und Krankschreibungen werden derzeit analog erstellt und ausgedruckt. E-Mails werden an eine zentrale, sichere E-Mail-Adresse weitergeleitet. Bei der Beantwortung kann es zu Verzögerungen kommen. Einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge sei bei der Übermittlung von Laborergebnissen teilweise wieder auf Faxgeräte zurückgegriffen worden. 

Die Ermittlungen des LKA und des Bayerischen Innenministeriums laufen. Auch externe IT-Forensik-Experten würden eingebunden, so der BR weiter. Klinikvorständin Nadine Ortner und der Landrat von Roth, Ben Schwarz (SPD), hätten um Geduld bezüglich der der Aufarbeitung des Angriffs gebeten. ami/mit dpa

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen