Allersberg: Wurst kostet Bub (2) fast das Leben – dann folgt "Wunder"
Autor: Erik Jasper
Allersberg, Montag, 15. Juni 2026
Auf einem Supermarkt-Parkplatz haben sich dramatische Szenen abgespielt. Der zweijährige Samuel verlor fast sein Leben.
Der 11. April 2026 ist ein Tag, den die Familie Mayr aus Allersberg im Landkreis Roth wohl nie mehr vergessen wird. Verzweifelt kämpfte Mutter Bianca damals gemeinsam mit Ersthelfern um das Leben ihres Sohnes Samuel, der sich auf einem Supermarktparkplatz in ihrer Heimatgemeinde an einer Wurst verschluckt hatte.
Was folgte, waren dramatische Szenen, in denen der Zweijährige mit dem Tode rang - und mehrere Menschen zu Helden wurden.
An Wurst verschluckt: Kind bricht in Allersberg zusammen
"Wir wollten nur kurz etwas zu essen für den Papa holen, der gerade im Garten gearbeitet hat", erinnert sich Bianca Mayr rund drei Monate später im Gespräch mit inFranken.de. Nach dem Einkauf war ihr und ihrem Kind spontan noch eine Wurst angeboten worden, die sie nach kurzem Überlegen schließlich mitgenommen hatten. Gerade, als Bianca ihre Einkäufe auf dem Parkplatz in den Wagen lud, nahm der Albtraum seinen Lauf.
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Samuel verschluckte sich an dem letzten Stück Wurst - und bekam auf einmal keine Luft. Schnell erkannte Mayr, deren Hilfsversuche ohne Erfolg blieben, dass die Lage ernst war. "Ich habe mir gedacht: ‚Okay, du hast zwei Minuten‘, habe Samuel gepackt und bin dahin gerannt, wo Menschen standen. Ich habe zweimal gerufen und sofort hat jeder in der Nähe alles stehen und liegen gelassen". Ihre schnelle Entscheidung, fremde Hilfe zu suchen anstatt in Ohnmacht zu erstarren, sollte sich schlussendlich als lebensrettend erweisen.
Zunächst schlugen jedoch auch alle weiteren Versuche von Mayr und den umstehenden Menschen, dem Jungen zu helfen, fehl. "Samuel ist in meinen Armen blau angelaufen, er war weg. Ich habe ein totes Kind in den Armen gehalten", erinnert sich die Mutter. Eine Gruppe von Frauen mit medizinischer Ausbildung, die zufällig vor Ort war und ebenfalls erfolglos versuchte, dem Jungen das Atmen zu ermöglichen, nahm Mayr daraufhin zur Seite und überzeugte sie, nun den mittlerweile alarmierten Rettungskräften das Feld zu überlassen.
Einsatzleiter des BRK-Rettungsdienstes: "Da geht der Puls schon extrem hoch"
Mittlerweile waren einige Feuerwehrleute eingetroffen, darunter auch ein junger Assistenzarzt. Dieser war durch die Team-Bayern-Helfer-App alarmiert worden und begann sofort mit der Behandlung des Jungen. Auch ein Mann aus Bamberg wurde zuletzt unversehens zum Lebensretter. Bianca Mayr wurde nach der Ankunft der professionellen Helfer etwas abseits von Feuerwehrleuten "sehr lieb betreut", wie sie berichtet.
Bald darauf trafen weitere professionelle Helfer ein, zu denen auch Dominik Gruber vom BRK Südfranken gehörte. Gruber war an diesem Tag Einsatzleiter des Rettungsdienstes und hielt sich in der Nachbarstadt Hilpoltstein auf, als er alarmiert wurde. Sofort machte er sich auf den Weg zu dem Parkplatz in Allersberg.