Kreis Rhön-Grabfeld: Bürgermeister gesteht Wahlbetrug - was ihm droht
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Wülfershausen an der Saale, Mittwoch, 25. März 2026
Gab es eine Wahlmanipulation bei Abstimmungen im unterfränkischen Kreis Rhön-Grabfeld? Nach Durchsuchungen läuft ein Verfahren gegen den Bürgermeister.
Update vom 25.03.2026: Im Amt bestätigter Bürgermeister gesteht Wahlfälschung
Der kürzlich im Amt bestätigte Bürgermeister im unterfränkischen Wülfershausen an der Saale (Kreis Rhön-Grabfeld) hat nach Angaben von Ermittlern Wahlbetrug zugegeben.
Der CSU-Politiker soll Briefwahlunterlagen geöffnet und jeweils mehrere Stimmzettel zur Gemeinderatswahl, zur Wahl zum Ersten Bürgermeister und zur Kreistagswahl verfälscht haben, teilte die Staatsanwaltschaft Schweinfurt mit.
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Danach habe er die Wahlumschläge wieder verschlossen oder durch von der Gemeinde vorgehaltene Ersatzumschläge ersetzt. "Die Anzahl der jeweils verfälschten Stimmzettel ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen", hieß es von der Staatsanwaltschaft.
Beschuldigter am 8. März wiedergewählt
Stimmberechtigt waren laut Gemeinde 1278 Bürgerinnen und Bürger. 472 gültige Stimmen entfielen auf den nun beschuldigten Amtsinhaber. 449 Wähler schrieben einen anderen Namen auf den Stimmzettel. Aber auch in anderen Städten und Gemeinden wurde gewählt: Das sind die Infos und Ergebnisse zur Kommunalwahl 2026 in Franken.
Auf mehrmalige Anfragen der Deutschen Presse-Agentur äußerte sich der Verdächtige nicht zu den Vorwürfen. Für den Beschuldigten gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. Der Bürgermeister war bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 im Amt bestätigt worden, das er seit 2018 innehat.
Bei seiner Vernehmung am Dienstag (24. März 2026) sagte der Verdächtige nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft, er habe unter anderem seine Frau unterstützen wollen, die für den Gemeinderat kandidiert habe. Aber auch sich selbst soll der Mann nach Angaben der Ermittler mit zusätzlichen Stimmen versorgt haben. Es habe die Gelegenheit gegeben, die Wahlunterlagen zu manipulieren, und der Politiker habe diese Möglichkeit dann auch genutzt, hieß es.
Freiheitsstrafe möglich
Die Konsequenzen für die Wahlen werden nach Angaben der Ermittler derzeit vom Landratsamt Rhön-Grabfeld und der Regierung von Unterfranken geprüft. Ob der Beschuldigte zwischenzeitlich sein Amt als Erster Bürgermeister niedergelegt hat, war zunächst unklar.