Fränkische Bäuerinnen wagen mutigen Schritt - ihr Erfolg macht sie "baff"
Autor: Nele Nitschky
Oberweißenbrunn, Dienstag, 01. Sept. 2026
Als Familie Schmitt vor einer schwierigen Situation steht, muss eine Idee her - mit Erfolg. Mittlerweile sei das Lager schon "ziemlich geräubert", berichtet Landwirtin Hanna Schmitt.
"Komm, wir probieren das. Wir machen den Schritt ins Ungewisse." Hanna Schmitt erinnert sich an ein Gespräch mit ihrer Schwester Ella. Es geht um: Kartoffeln. Zu viele hatten die Bio-Rhönbauern aus Oberweißenbrunn im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld davon übrig. Das familiengeführte Unternehmen habe im Jahr 2025 "relativ viele Kartoffeln" geerntet.
Tochter Hanna Schmitt erklärt im Gespräch mit inFranken.de: "Wir hatten noch einen Rest im Kartoffellager und haben gedacht: Wir müssen einen Weg finden, sie zu verarbeiten. Sonst müssen wir sie an die Kühe verfüttern oder wegwerfen." Das wollte sie nicht.
"Echt was Besonderes": Bio-Rhönbauern verkaufen erstmals eigene Kartoffelchips
Also muss eine Idee her. Ein befreundeter Demeter-Betrieb aus dem Raum Fulda inspiriert sie. Auch dort hat man bereits Chips aus den Erdäpfeln produzieren lassen. "Die waren super", erinnert sich die 25‑Jährige. "Lasst uns das auch machen."
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Gesagt, getan. Eine Tonne der Knollen schicken Schmitt und ihre Familie ins südliche Bayern. Rund eineinhalb Wochen später kommen rund 2000 Packungen Chips zurück. "Das war mega!", beschreibt Hanna Schmitt ihr Gefühl, als sie die erste eigene Chipspackung in den Händen hält. Noch dazu mit ihren selbst designten Aufklebern. "Das sind keine 08/15‑Chips – die sind echt was Besonderes."
Zuerst kostet die Familie, dann werden die Chips im hofeigenen Laden zum Probieren angeboten. Schnell ist klar: "Die kommen gut an." Drei Geschmacksrichtungen stehen zur Verfügung. Gesalzen, Paprika und Sour Cream.
Aus Missverständnis entstanden: Ungeplante Geschmacksrichtung wird zur beliebtesten
Letztere ist bei den Kunden besonders beliebt. Dabei entstand diese tatsächlich aus einem Missverständnis heraus. "Das war eigentlich ein Kommunikationsfehler zwischen mir und dem Produktionschef", erzählt Schmitt. Ursprünglich habe sie nur die Varianten "Paprika" und "Gesalzen" haben wollen. "Aber Sour Cream ist jetzt die beliebteste Sorte."
Aber auch die anderen beiden Chipsvarianten kommen gut an. "Ich war am Anfang echt überfordert und habe mich gefragt: Was ist denn hier los?" Täglich habe Hanna Schmitt Anrufe zu dem neuen Produkt erhalten, verschiedene Unternehmen wollten die Chips in ihren Läden verkaufen. Mittlerweile sei das Lager schon "ziemlich geräubert".