• Tierheim Nürnberg: Geschmuggelter Welpe stirbt
  • Hunde-Baby unter Tollwut-Verdacht
  • 41 Menschen müssen geimpft werden
  • Tierschützer appellieren: "Schaltet endlich euer Hirn ein"

Das Tierheim Nürnberg hat sich auf seiner Facebook-Seite mit einem eindringlichen Appell zu Wort gemeldet. In einem emotionalen Post warnen die Tierschützer vor gesetzwidrigen Hundetransporten aus dem Ausland - und deren gesundheitlichen Folgen. "Mit der illegalen Einfuhr von zu jungen, ungeimpften Welpen gefährdet ihr nicht nur die Tiere selbst, sondern euch selbst und andere Tiere!" Anlass ist ein entsprechender Vorfall in Norddeutschland. Dort mussten 41 Menschen nach Kontakt mit einem eingeschleusten Hundewelpen gegen Tollwut geimpft werden. Der Welpe ist inzwischen gestorben. 

Tierheim Nürnberg mit wichtiger Botschaft zu Tollwut-Impfung

"In einem Tierheim sind die meisten Mitarbeiter Tollwut geimpft aber seid ihr das privat auch?", gibt das Tierheim Nürnberg in seinem Facebook-Beitrag zu bedenken. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist Tollwut in weiten Teilen der Erde verbreitet. Die Infektionskrankheit ist für den Menschen tödlich. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich rund 60.000 Menschen an Tollwut. Die Viruserkrankung wird meist durch Hunde übertragen. Weil Tollwut so gefährlich ist, sollten Menschen, die Kontakt mit eingeschleusten Hundewelpen hatten, schnell geimpft werden.

In Norddeutschland haben 41 Menschen eine solche Behandlung bekommen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Nach dem Verdacht auf Tollwut bei einem rechtswidrig nach Bremen gebrachten Hundebaby wurden die Betroffenen - darunter auch drei Jugendliche - gegen die tödliche Krankheit geimpft. Tollwut kann durch infektiösen Speichel vom Tier auf den Menschen übertragen werden - etwa nach einem Biss. "Im Prinzip ist es ein Todesurteil, wenn man nicht innerhalb der ersten Tage impft", sagte Egbert Tannich, Vorstandsvorsitzender des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg.

Eine Familie hatte den Welpen aus dem Ausland nach Bremen gebracht, obwohl dieser nicht den vorgeschriebenen Impfschutz gegen Tollwut hatte. Das kranke Tier wurde zunächst in einer Bremer Tierarztpraxis behandelt und starb später in der Tierklinik Posthausen (Kreis Verden). Ein Schnelltest auf Tollwut fiel positiv aus, das Ergebnis der amtlichen Bestätigungsuntersuchung wird Ende der Woche erwartet. Das Gesundheitsressort rechnet damit, dass der Verdacht bestätigt wird. "Wir nehmen das absolut ernst", sagte ein Sprecher.

Tierheim Nürnberg: Vorfall sollte "Warnschuss" für alle sein

Das Tierheim Nürnberg appelliert infolge der Ereignisse in Norddeutschland an den gesunden Menschenverstand. "Bitte schaltet endlich euer Hirn ein und hört auf, viel zu junge, ungeimpfte Hunde nach Deutschland zu bringen oder über irgendein Portal zu kaufen, ohne die genaue Herkunft zu kennen!", schreiben die Tierschützer. "Der Vorfall in der Tierklinik Posthausen sollte ein Warnschuss sein für alle!"