Tierheim Feucht: Illegaler Welpentransport kostet sechsstellige Summe
Autor: Fabio Cavallini
Feucht, Montag, 10. Juni 2019
Die Anzahl von illegalen Hundetransporten ist bayernweit deutlich angestiegen. Hiervon wurde auch das Tierheim Feucht in den vergangenen Jahren spürbar getroffen. Die Beträge für die Versorgung der aufgegriffenen Schmuggel-Welpen übersteigen mittlerweile insgesamt 100.000 Euro.
Illegale Hundetransporte im Raum Nürnberg: Tierheim Feucht leidet unter hohen Kosten für Schmuggel-Welpen: Aufgrund der illegalen Hundetransporte aus Osteuropa gelangen jedes Jahr Dutzende von Hundewelpen in das Tierheim Feucht. Die Zahl der eingelieferten Tier steigt kontinuierlich: Im Jahre 2015 waren es noch um die 15 Hunde. Für das Jahr 2018 ist die Zahl um das Doppelte angewachsen.
Die hohen Kosten für die vernachlässigten Hunde stellt das Tierheim vor eine große Herausforderung: Seit 2015 mussten insgesamt mehr als 100.000 Euro für die Welpen ausgegeben werden.
Welpen-Schmuggel: Hunde landen zuerst in Quarantäne
"Im Durchschnitt müssen 1500 Euro für einen Transportwelpen aufgebracht werden", erläutert Herbert Sauerer als 1. Vorsitzender des Tierheims Feucht. Neben den Kosten für das Futter, müssen die jungen Tiere zunächst unter Quarantäne gesetzt werden. Hierzu sind die entsprechenden Räumlichkeiten, Personal sowie eine spezielle medizinische Versorgung von Nöten.
"Denn zumeist werden die Welpen viel zu jung, ungeimpft und unsachgemäß transportiert. Dadurch steigt für die Welpen das Risiko einer Erkrankung", konstatiert Lea Schmitz von der Geschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes.
Sauerer gibt auch zu verstehen: "Die Verwahrungskosten für die aufgegriffenen Welpen können sich leicht verdoppeln, wenn sie aus einem Nicht-EU-Land stammen, da die rechtlichen Bestimmungen für diese Länder nochmals strenger ausfallen."
Strippenzieher hinter illegalen Hundetransporten bleiben meist ungestraft
Doch die gefassten Hundeschmuggler werden von den Straf- und Ordnungsbehörden kaum dazu angehalten die entstandenen Verwahrungskosten der Tierheime zu tragen. Ebenso wenig, bestätigt der Deutsche Tierschutzbund, müssen die illegalen Händler allzu hohe Bußgelder oder das Einziehen ihrer Transportmittel befürchten.
"Für die Justiz liegt das Problem eher im Nachweis der tatsächlich Verantwortlichen in den Ursprungsländern. Da in der Regel über Mittelsmänner gearbeitet wird", begründet Schmitz. "Darum wäre die europaweite Verpflichtung zur Kennzeichnung und Registrierung von Hunden ein erster Schritt zur Prävention von illegalen Hundetransporten."