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Staatstheater Nürnberg bringt Dassler-Streit auf die Bühne - mit einer besonderen Änderung


Autor: Redaktion, Agentur dpa

Nürnberg, Dienstag, 20. Oktober 2026

Adi gegen Rudolf Dassler - dieser erbitterte Konkurrenzkampf ist eine der berühmtesten Erzählungen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Nun bringt das Ensemble des Nürnberger Staatstheaters den Streit auf die Bühne - mit aller künstlerischen Freiheit.
"Die Erfindung der Schuhe" kommt ans Staatstheater Nürnberg.


Der Konflikt zwischen den Dassler-Brüdern und die Entstehung der konkurrierenden Weltmarken Puma und Adidas dient nun als Inspiration für ein Bühnenstück in Nürnberg - an einem ungewöhnlichen Schauplatz. Autor und Regisseur Philipp Löhle verwandelt die legendäre Familiengeschichte in eine griechische Tragödie, durchzogen von Anspielungen, jedoch ohne konkrete Namen zu nennen.

"Die Erfindung der Schuhe" wird am Donnerstag am Staatstheater uraufgeführt. "Ich habe relativ schnell gewusst, dass man die Geschichte in eine andere Zeit versetzen muss", berichtet Löhle. "Man wäre sonst in einer Doku-Fiktion gelandet, in der man hätte schauen müssen, ob Adi Dassler richtig charakterisiert ist." Genau das sei jedoch der Teil der Geschichte, der am wenigsten interessant sei, findet Löhle.

"Die Erfindung der Schuhe": Dassler-Streit am Nürnberger Staatstheater

Schließlich seien die Grundzüge schon bekannt. 1924 gründeten Adolf "Adi" und sein älterer Bruder Rudolf eine gemeinsame Schuhfabrik. Doch dann entzweiten sich die beiden. Rudolf Dassler gründete Puma, Adi Dassler Adidas - eine Rivalität, die den Erzählungen nach ein Leben lang andauerte und bis heute die Kleinstadt Herzogenaurach prägt. "Die berühmte Familiensaga und dieser erbitterte Bruderstreit sind ein großartiger 'Kain-und-Abel-Mythos', der geradezu nach der Bühne schreit", findet Schauspieldirektorin Lene Grösch, die Löhle mit dem Stück beauftragt hat. "Viele Menschen kennen die Geschichte dieser beiden Brüder, und das gibt uns im Theater die Freiheit, mit diesem Mythos umzugehen." In diesem Fall: diesen ins antike Griechenland zu verlegen.

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Im Mittelpunkt stehen die beiden Brüder Adilius und Rudolfus, gekleidet in Tuniken und zunächst barfuß. Die Zentralen der Weltkonzerne werden zu Tempeln, die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 wird im Kolosseum ausgetragen und Olympia 1936 auf dem Olymp. In der Realität holte die DFB-Auswahl 1954 in der Schweiz den WM-Titel, die Olympischen Spiele 1936 in Berlin wurden von den Nationalsozialisten zu propagandistischen Zwecken missbraucht. Erfunden werden übrigens nicht Turnschuhe, sondern zeitgemäß für die Antike Sandalen. Das Stück trägt deshalb bewusst den Titel: "Die Erfindung der Schuhe". Erzählt wird die gesamte Geschichte von einem griechischen Chor, aus dessen Reihen einzelne Schauspieler und Schauspielerinnen hervortreten, um verschiedene Szenen darzustellen.

Auf der Bühne lässt Löhle die beiden Brüder bis über den Tod hinaus bis in die Unterwelt der griechischen Mythologie streiten. "Dort streiten die beiden weiter, und sie streiten auch heute noch", sagt Löhle. Mit einem zwinkernden Auge, viel Humor und Fantasie greift das Theaterstück diesen legendären Bruderzwist auf - und fragt auch nach der Moral: "Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Frage aber ist: Ist es das wert?", erläutert Löhle.