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Röthenbach: Metallverarbeiter Diehl verkündet Mega-Investition


Autor: Isabel Schaffner

Röthenbach an der Pegnitz, Samstag, 28. März 2026

Diehl Metall investiert 70 Millionen Euro in ein neues Projekt. Damit will sich das Unternehmen langfristig zu der Region bekennen.
Die Diehl Stiftung umfasst über 40 Unternehmenseinheiten in den Bereichen  Aviation, Metall, Defence, Control und Metering.Archivfoto: Diehl


Immer mehr deutsche Firmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Mit einer Millionen-Investition bekennt sich Diehl Metall jedoch zu seinem Hauptsitz in Röthenbach an der Pegnitz. Die Diehl Stiftung & Co. KG ist in verschiedene Sparten gegliedert und machte 2024 mit jener für Verteidigungssysteme den größten Umsatz. Für die Bundeswehr (TLVS) entwickelte Diehl Defence unter anderem den bekannten Boden-Luft-Flugkörper IRIS-T SL.

Das zum Teilkonzern Diehl Metall gehörende Strategische Geschäftsfeld Diehl Brass Solutions (DBS) investiert nun rund 70 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion in Röthenbach, wie einer Pressemitteilung vom 24. März 2026 zu entnehmen ist. Der Schritt sei "ein klares Bekenntnis zur langfristigen industriellen Wertschöpfung in Bayern. In einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld ist eine Investition dieser Größenordnung alles andere als selbstverständlich."

Großaufträge vergeben: Diehl errichtet in Röthenbach 12.000 Quadratmeter große Halle

Die neue 12.000 Quadratmeter große Produktionshalle in Röthenbach soll Teil der sogenannten eZee Factory werden. Der Spatenstich ist für Mai 2026 geplant, die Fertigstellung der Halle wird Mitte 2027 erwartet.

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Die zentralen Großaufträge für den Aufbau einer hochmodernen Messinghalbzeug-Produktion am Standort Röthenbach wurden final vergeben, womit ein großer Meilenstein erreicht sei, erklärt Diehl Metall.

Herzstück der neuen Anlage ist demnach eine leistungsstarke Strangpresse für die Messing-Stangenfertigung, deren Auftrag für die Warmumformung an die Presezzi Extrusion Group vergeben wurde. Für die Kaltumformung - einen weiteren zentralen Prozessschritt - setzt DBS auf die langjährige Partnerschaft mit der ASMAG GmbH.

Branche steht vor tiefgreifendem technologischen Wandel

Der Anstoß für das Millioneninvestment kommt nicht von ungefähr: Die Branche steht vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Strengere regulatorische Vorgaben und eine wachsende Nachfrage nach bleifreien Messinglegierungen zwingen Hersteller, ihre Produktionsprozesse grundlegend zu erneuern, so die Erklärung des Unternehmens. Bleifreie Legierungen stellten erheblich höhere Anforderungen an die Umformtechnik und die gesamte Prozesskette - und erforderten daher modernste Fertigungsanlagen.

"Die neue Produktionsumgebung ermöglicht es, moderne Fertigungstechnologien einzusetzen, Produktionsprozesse stärker zu automatisieren und gleichzeitig Ressourcen effizienter zu nutzen", heißt es. Die Diehl-Gruppe verweist mit der Investition unter anderem in Hinblick auf die Region und Beschäftigten auf eine "langfristige Perspektive".

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