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Röthenbach: Marode Schule macht Eltern stocksauer - aus den Zwischenwänden wachsen schon Pflanzen


Autor: Clara Maria Wimmer

Röthenbach an der Pegnitz, Donnerstag, 11. November 2021

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Röthenbach wartet schon lange auf voranschreitende Baumaßnahmen. Schon mehrere Jahre ziehen sich die Neuerungen, die Eltern nennen den Zustand eine "Katastrophe", aus den Wänden würden schon Pflanzen wachsen, heißt es.
Die Misere um das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Röthenbach könnte sich noch eine Weile hinziehen. Nachdem die Planungen zur Grundsanierung gekippt wurden, steht dem geplanten Neubau nun ein Heizkraftwerk im Wege.


Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Röthenbach soll schon lange erneuert werden. "Das zieht sich jetzt schon drei oder vier Jahre hin", beklagt Elternbeiratsvorstand Jan Matsche gegenüber inFranken.de. Der Zustand sei unerträglich: "Es regnet in die Sporthalle, Pflanzen quellen aus den Zwischenwänden und die Kinder sitzen in Containern. Aber es geht einfach nicht weiter."

Nachdem zuerst eine Grundsanierung geplant war, soll das Gebäude nun komplett abgerissen werden. Der Vorstand rede sich selbst häufig in Rage: "Das ist eigentlich so ein dermaßen extremer Pfusch vonseiten der Planung", statuiert Matsche. "Seit Jahren sitzen unsere Kinder in Baucontainern. Die Schulleitung und Lehrerschaft versuchen alles, den Unterricht so gut es geht durchzufühlen, aber das hat natürlich alles weder Hand noch Fuß." 

Röthenbach: Geschwister-Scholl-Gymnasium steht vor großen Problemen

Das größte Problem sei, dass der Bau einfach nicht vorankomme. "Das liegt an planerischen Problemen. Schon im Februar 2020 gab es große Probleme um die Container, in denen der Unterricht stattfinden sollte. Bis jetzt sind die MINT-Container für Physik und Chemie noch nicht da. Und jetzt kommt noch der Oberknaller: Unter der Schule befindet sich ein Blockheizkraftwerk, das nicht nur die Schule, sondern die ganze Umgebung versorgt. Dafür braucht man vor dem Abriss aber eine Lösung", sagt Matsche.

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Verständnis hat der Vorstand wenig: "Das sind alles Themen, da fragt man sich: 'Hat sich denn da tatsächlich niemand Gedanken drum gemacht? Wer lässt denn das alles liegen?" Einen Lichtblick gebe es zwar: "Wenigstens wurde das marode, sogar einsturzgefährdete Hallenbad abgerissen." Trotzdem ist der Elternbeirat unzufrieden. "Man bekommt ja noch nicht einmal Informationen. Es kommt überhaupt keine Kommunikation an, wie es überhaupt weitergehen soll."

Eine Antwort auf diese Frage hat das Landratsamt auf Nachfrage von inFranken.de parat: "Das Hauptproblem ist aktuell das große Heizkraftwerk im Keller der Schule. Das versorgt die Schule und Teile der Stadt Röthenbach." Diese relativ große Anlage könne man nicht einfach abreißen - bevor man also mit der Schule weitermachen könne, brauche man eine Antwort auf die Heizkraftwerkfragen: Wie man die Anlage abbaut und vor allem, wie man sie danach wieder aufbauen kann, erklärt eine Sprecherin des Landratsamtes.

"Neubau ist besser": Schuldirektor äußert sich zum aktuellen Stand 

Bis die Fragen um die Heizkraftwerkfragen geklärt sind, "passiert gar nichts mit der Planung des Abrisses oder des Neubaus der Schule", so die Sprecherin. Das Landratsamt sei diesbezüglich bereits im Austausch mit der Stadt, die Entscheidung werde jedoch "nicht über das Knie gebrochen". Zwar solle es "nicht zu lange dauern", wann genau mit einer Lösung zu rechnen ist, könne man jedoch nicht abschätzen, hält die Sprecherin fest.

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Der Schulleiter Clemens Berthold weiß um die Problematik: "Die Situation bei uns ist relativ einzigartig." Die Verzögerung erklärt er sich durch die Komplexität der Angelegenheit. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium und die angrenzende Mittelschule teilen sich das Gelände, "das heißt es gehören auch zwei Sachaufwandsträger dazu." Die erste Planung für die Grundsanierung der Schule stand schon, "es gab Architekten und ein fertiges Konzept. Dann kam jedoch die Erkenntnis, dass das teurer wird als gedacht und man für das gleiche Geld auch gleich neu bauen kann."

Für Berthold und die Verantwortlichen war die Lage klar: "Sanierung ist gut - Neubau ist besser. Der Wermutstropfen ist nur leider, dass das zu einer langen, ersten Verzögerung geführt hat." Dann die Sache mit dem Heizkraftwerk. "Die Vorfreude schwindet über die Jahre." Trotzdem ist der Schulleiter zuversichtlich: "Es ist schon viel passiert. Eben nur nichts, was man sehen kann." Der Auszug aus dem 50 Jahre alten Gebäude sei fast vollendet. Trotzdem müsse jetzt auch etwas passieren, was mit der Entscheidung um die Heizkraftanlage anfange. Wenigstens seien die restlichen Container für die MINT-Fächer bald vor Ort: Im Frühjahr 2022 sollen die letzten, fehlenden Container aufgestellt werden.

"Wir können nicht ewig Rücksicht nehmen": Schulgemeinschaft macht Druck

Nicht nur die Schüler:innen und der Elternbeirat, auch die Schulleitung wird trotz allem langsam ungeduldig. "Das Blockkraftwerk ist der nächste Schritt." Es sei zwar gut, dass diese Problematik nun richtig geklärt werde, "aber wir können nicht ewig auf ein Heizkraftwerk Rücksicht nehmen. Das hat mit der Schule nichts zu tun. Da muss sich die Stadt jetzt drum kümmern". Solange das nicht geklärt sei, solange könne man auch nicht weiter planen, schließt Berthold ab.

Der Elternbeirat wendete sich zuletzt mit einem offenen Brief an das Landratsamt. "Die Nichtinformation sowie der absolute Stillstand der Baumaßnahmen erwecken den Einruck, dass das Landratsamt diese so dringende und wichtige Schulerneuerung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums hinten anstellt", heißt es im Brief. Es müsse endlich jemand politische Verantwortung übernehmen, so mit den Kindern umzugehen, unterstreicht Matsche im Gespräch. "Wo es doch immer heißt: Bildung sei das wichtigste!"

Man erhoffe sich jetzt vor allem eine zeitnahe Stellungnahme des Landratsamtes und dass es hoffentlich bald weitergehe mit der Planung und den Baumaßnahmen zum Neubau des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Röthenbach.

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