Nürnberger Traditionsbetrieb Hans Carl bangt nach 165 Jahren um Zukunft
Autor: Ralf Welz
Nürnberg, Montag, 27. Juli 2026
Der Nürnberger Traditionsbetrieb Hans Carl, bekannt für Zeitschriften rund ums Bierbrauen, hat Insolvenz angemeldet. Nun sucht die Firma dringend einen Investor.
Ein fränkisches Traditionsunternehmen kämpft um seine Zukunft: Der Nürnberger Fachverlag Hans Carl, spezialisiert auf das Thema Bierbrauen, hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen gilt nach eigenen Angaben als einer der ältesten familiengeführten Fachverlage Deutschlands - seit mehr als 165 Jahren ist es im Besitz der Familie Schmitt beziehungsweise Carl.
Doch die akute Finanznot überschattet diese lange Geschichte: Wie es für den traditionsreichen Betrieb und seine Beschäftigten weitergeht, ist derzeit offen. Nach dem am 20. Juli eingereichten Insolvenzantrag bestellte das Amtsgericht Nürnberg Harald Schwartz von der Kanzlei SRI zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Jurist übernimmt die Aufsicht über den laufenden Geschäftsbetrieb und begleitet das weitere Verfahren, wie aus einer Mitteilung des Verlags mit Schwerpunkt Brauwirtschaft hervorgeht.
Nürnberger Fachverlag Hans Carl insolvent - "schwierige wirtschaftliche Lage der Brauwirtschaft"
Der Fachverlag Hans Carl wurde 1861 in Nürnberg gegründet. Seine Wurzeln liegen in der Allgemeinen Bayerischen Hopfenzeitung, aus der die heutige Brauwelt hervorging. Laut der auf der Firmenwebseite veröffentlichten Chronik war Gründer Johann Carl zudem Mitbegründer des Deutschen Brauerbunds. Als Branchenmedium für die Brau- und Getränkewirtschaft veröffentlicht der Verlag Fachzeitschriften, Bücher, Online-Angebote und Newsletter.
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Die Fachpublikation Brauwelt erscheint auf Deutsch und Englisch - sowohl als gedruckte Ausgabe als auch als E-Paper. Für die wissenschaftliche Community bietet die Publikation BrewingScience Beiträge im sogenannten Open-Access-Format. Fachbücher und Podcasts vervollständigen das Informationsangebot des Verlags.
Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage verweist Geschäftsführer Michael Schmitt, Vertreter der sechsten Familiengeneration, auf die angespannte Situation in den beiden Sparten, die der Verlag mit seinen Publikationen bedient. "Als auf eine einzige Branche fokussierter Verlag spüren wir die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage der Brauwirtschaft und der Zulieferindustrie deutlich", so Schmitt.
Fränkisches Traditionsunternehmen hofft auf Investor - Betrieb läuft vorerst weiter
Hans Carl beschäftigt derzeit 16 Mitarbeiter. Nach Unternehmensangaben wird der Geschäftsbetrieb während des Insolvenzverfahrens uneingeschränkt fortgesetzt. Alle Print- und Onlineausgaben sollen weiterhin planmäßig erscheinen. "Der Fokus liegt nun darauf, einen starken Investor zu gewinnen, der die erfolgreiche Zukunft der beiden Publikationen langfristig sichert", heißt es in der Mitteilung des traditionsreichen fränkischen Betriebs.
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