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Nürnberger Spezialfirma im Raupen-Kampf: "Eines der schwierigsten Jahre"


Autor: Riccarda Rascher

Nürnberg, Freitag, 26. Juni 2026

Die Nürnberger Baumpflege GmbH geht mit über 30 Teams gegen die Eichenprozessionsspinner vor. Der Oberbauleiter betont, was Bürger unbedingt vermeiden sollten.
Die Haare der Raupe des Eichenprozessionsspinners sind giftig und auch für Menschen gefährlich, mahnt Ovidiu Crivoi von der Nürnberger Baum­pflege.


Der Eichenprozessionsspinner breitet sich derzeit massiv aus - auch in Bayern. Ovidiu Crivoi, Prokurist der Nürnberger Baumpfleger, beschreibt am 19. Juni 2026 gegenüber News5 die Lage als angespannt: "Wir sind momentan mit über 30 Teams unterwegs für den Eichenprozessionsspinner." Seit Wochen arbeite das deutschlandweit agierende Unternehmen unter Hochdruck, um den Befall in den Griff zu bekommen.

Gefährlich  ist dabei nicht der Falter selbst, sondern die Brennhaare der Raupen: "Das Haar bleibt bis zu fünf Jahre aktiv", so Crivoi. Diese feinen Härchen bleiben demnach an Rinde, Blättern oder am Boden haften und können noch lange Zeit allergische Reaktionen auslösen. 

Eichenprozessionsspinner: Allergien und Atemprobleme - schnelle Hilfe entscheidend

Die gesundheitlichen Folgen können gravierend sein. Laut Crivoi reichen die Reaktionen von Hautentzündungen bis zu Atemnot: "Das kann verschiedene Reaktionen auslösen. Bei Kontakt würde ich jedem Menschen anbieten, sofort ins Krankenhaus zu gehen." An diesen Orten in Franken besteht erhöhte Gesundheitsgefahr.

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Crivoi rät außerdem zu schnellen Sofortmaßnahmen nach einem möglichen Kontakt:
  • Kleidung umgehend wechseln und waschen
  • gründlich duschen
  • bei Symptomen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen

Wetter begünstigt Befall - ein besonders schwieriges Jahr

2026 ist laut Crivoi "eines der schwierigsten Jahre". Die aktuelle Entwicklung hängt laut dem Experten stark mit den Wetterbedingungen zusammen. "Wärmezeit und danach hat es zwei Wochen durchgeregnet - das ist für den Befall noch schlimmer." Feuchtigkeit und Wärme sorgten dafür, dass die Raupen ihre Nester schneller bauten und sich stärker ausbreiteten. Bereits bis Ende Juli seien die Nester weitgehend vorhanden, danach blieben die Tiere und ihre gefährlichen Haare zurück.
 
Selbst Hand anzulegen, hält der Experte für riskant. "Ich würde das keinem raten", betont Crivoi. Immer wieder gebe es Fälle, in denen Betroffene versuchen, Nester selbst zu entfernen - etwa mit einem Feuerzeug. Professionelle Teams gehen hingegen strukturiert vor:
  • Nester werden zunächst angefeuchtet, um das Aufwirbeln der Haare zu verhindern
  • anschließend mechanisch entfernt
  • danach werden verbliebene Haare kontrolliert abgebrannt oder abgesaugt

Raupen auch am Boden und auf Spielplätzen

Der Eichenprozessionsspinner bleibt nicht nur im Baum. Durch Regen und Wind können die Raupen oder ihre Rückstände auch am Boden landen: "Du findest sie auch auf Spielplätzen, auf Tischen oder Bänken." Das bedeute jedoch nicht, dass sich die Tiere dort ansiedeln - vielmehr werden sie durch Witterungseinflüsse verteilt. Eine Nürnberger Grundschule musste jetzt sogar den Unterricht stoppen. 
 
Die Nachfrage nach Bekämpfung ist enorm. "Wir wissen selbst nicht mehr, wo wir springen sollen", sagt Crivoi. Private Gärten, Restaurants und öffentliche Einrichtungen seien betroffen. Veranstaltungen im Freien müssten teilweise abgesagt werden. So seien Bäume teilweise vollständig befallen, wie bei einem Fall vor drei Jahren. Eine 30 Meter große, 100 Jahre alte Eiche sei "fast nicht mehr" zu sehen gewesen. 
 
In solchen Fällen könnten mehrere Teams den ganzen Tag an einem einzigen Baum beschäftigt sein. Eine Entspannung ist aktuell nicht in Sicht. Im Gegenteil: Steigende Temperaturen könnten die Lage weiter verschlimmern. "Ich vermute, wir gehen auch in diese Richtung dieses Jahr", so Crivoi.