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Nürnberg
Coronavirus

Fränkische Restaurants in Corona-Krise: Können sie nur mit Abholen überleben?

Die Corona-Krise trifft die Restaurants besonders hart. Vielen Gaststätten bleibt nur noch die Möglichkeit, ihr Essen zum Abholen anzubieten. Können sie damit die Krise überstehen? Der DEHOGA Nürnberg sieht schwarz.
 
Viele Restaurants in Nürnberg müssen zurzeit kreativ werden: Während der Coronakrise bieten sie neue Lieferdienste oder Abholmöglichkeiten an. Foto: privat

Das fränkische Restaurant „Albrecht-Dürer-Stube“ bietet in der Corona-Krise Essen zum Abholen an. Rund 30 bis 40 Gerichte würden pro Tag gekauft, erklärt Inhaber Michael Höllerzeder inFranken.de. Langfristig könnte die Gaststätte damit nicht überleben. „Zum Stromzahlen reicht’s“, sagt Höllerzeder - für vielmehr aber nicht.

Dabei hat sich der Inhaber ein ausgeklügeltes System ausgedacht, um seine Kunden vor dem Coronavirus zu schützen. Alle Mitarbeiter im Restaurant tragen einen Mundschutz und Handschuhe. Um den Sicherheitsabstand auch beim Abholen einzuhalten, gilt die Regel, dass alle zehn Minuten ein Gast kommen darf, um sich sein Essen abzuholen. Vorher wird per Telefon die genaue Uhrzeit festgelegt. „Wir machen das Beste aus der Situation“, so der Gastronom. Mehr als eine „Art Beschäftigungstherapie“ sei der Abhol-Service allerdings nicht.

„Eine riesen Ungewissheit da“: DEHOGA besorgt

Dass das Coronavirus weitreichende Folgen für Gastronomie und Hotels hat, bemerkt auch Robert Horka, Kreisvorsitzender des DEHOGA Nürnberg: „Was uns Sorgen macht, ist, wie lange das dauert und wie lange wir ohne Umsatz bleiben. Es ist momentan eine riesen Ungewissheit und eine Art Verzweiflung da“. Er selbst könne sich mit seinem „Hotel Elch“ noch einige Monate über Wasser halten, für Neuexistenzgründer beispielsweise sei die Lage aber dramatisch. Besonders gefährdet sieht er mittelständische Gastronomiebetriebe: „Für den Mittelstand gibt es keine Hilfe“, erklärt er, „Der Schirm kann nur abgerufen werden, wenn kein Geld auf dem Konto ist.“

Für Restaurantbesitzer sei es deshalb umso wichtiger, sich über mögliche Hilfsangebote zu informieren. Der DEHOGA bietet kostenfreies Infomaterial über die Regierungsmaßnahmen an. Außerdem sollte Kurzarbeit beantragt, die Steuervorauszahlungen auf Null gesetzt und die Hausbank kontaktiert werden. Horka berichtet auch, dass die meisten der Gastronomen nicht auch gleichzeitig Eigentümer ihrer Restaurants seien. Pächtern rät er, sich mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen, um eine eventuelle Mietminderung zu erreichen: „Wenn die Mieteinnahmen komplett wegbrechen, bringt das dem Vermieter auch nichts“.

Horka appelliert an Politik: „Mehr Hilfe für den Mittelstand“

Robert Horka appelliert dennoch an die Politik: „Ein bisschen mehr Hilfe für den Mittelstand, unabhängig vom Kontostand, wäre schön“. Außerdem solle das Steuermodell für Gastronomen neu überdacht werden, die zwar für 7 Prozent einkaufen können, aber 19 Prozent wieder an den Staat abgeben müssen. Dadurch falle es besonders kleinen Gastro-Betrieben schwer, Rücklagen zu bilden.

Nicht nur Anregungen, auch Lob gibt es vom Kreisvorstand des DEHOGA Nürnberg für die aktuelle Politik: „Wir als Verband sind sehr dankbar für die Regierung und Markus Söder, für ihr schnelles Handeln“, freut sich Horka.

Tipps für Gäste: Nach alternativen Angeboten schauen

Für Gäste hat er ein paar Tipps parat. Das Gasthaus Rottner in Nürnberg biete beispielsweise jeden Sonntag einen Drive-in an. Im Voraus müsse man sich Online seinen Braten bestellen, den es dann zum Abholen gebe. Vorbild für andere Restaurants könnte auch eine Gaststätte in Belgien sein, die Biergutscheine im Voraus ausgibt. So könne man sich online zum Beispiel fünf Bier kaufen, die man nach den Ausgangsbeschränkungen genießen dürfe.

Auf dieser Website erfahren Sie, welche Restaurants im Raum Nürnberg einen Abholservice anbieten.