Nürnberger Christkind im Interview: "Bemerkt einmal, wie privilegiert wir eigentlich leben"
Autor: Redaktion
Nürnberg, Donnerstag, 19. Dezember 2019
Im Interview mit "Gesichter der Demokratie", einer Initiative, die sich seit 2017 für den Schutz und die Stärkung der Demokratie einsetzen, erklärt das diesjährige Nürnberger Christkind, was Demokratie für sie ganz persönlich bedeutet, wo Grenzen der Meinungsäußerung liegen und gibt persönliche Eindrücke in ihr Leben.
Benigna Munsi ist das diesjährige Nürnberger Christkind und damit zugleich die Symbolfigur des Nürnberger Christkindlesmarktes. Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie, spricht im Interview mit Benigna über Respekt, Nächstenliebe und über ihre Weihnachtsbotschaft an die Menschen.
Benigna Munsi über Demokratie und "Multikulti"
In seiner letztjährigen Weihnachtsansprache bezeichnete der Bundespräsident die Fähigkeit zum Kompromiss als Stärke der Demokratie. Was bedeutet Demokratie für Dich ganz persönlich Benigna?
Demokratie bedeutet für mich, dass alle Menschen in ihrer Vielfalt gesehen werden. Wichtig ist, Meinungen und Ansichten auszutauschen und zusammen einen Kompromiss zu suchen, der das Interesse der Einzelperson, aber vor allem auch das Wohl aller berücksichtigt.
Die Mehrheit der Deutschen ist weltoffen und sieht kulturelle Vielfalt als Bereicherung. Dein Vater ist gebürtiger Inder, Deine Mutter und Du sind in Deutschland geboren. Wie viel "Multikulti" steckt in Dir?
Den Begriff Multikulti finde ich nicht sehr schön, er hat eine ja schon fast negative Konnotation bekommen. Ich bin - wie jeder andere auch - von verschiedenen Ideen und Einflüssen geprägt, aber mein "indischer" Teil ist nicht so ausgeprägt wie andere Teile von mir, da mein Lebensmittelpunkt nun mal hier - in dieser Gesellschaft - ist. Ich bin eine sehr offene Person und setze mich gerne mit neuen Sprachen, Menschen und Kulturen auseinander.
"Jeder Mensch ist verschieden, hat unterschiedliche Ideale und eben eine persönliche Meinung"
Stichwort Meinungsfreiheit und Social Media: Wo liegen Deiner Meinung nach die Grenzen der freien Meinungsäußerung in sozialen Netzwerken und welche Erfahrungen hast Du mit "Hatern" gemacht?