Nürnberg: Giftköder-Alarm in Neubaugebiet - "Liegen immer an der selben Stelle"
Autor: Clara Maria Wimmer
Nürnberg, Donnerstag, 18. November 2021
Treibt in Nürnberg ein Tierhasser sein Unwesen? Schon mehrmals wurden mutmaßliche Giftköder gefunden - "immer an derselben Stelle".
Giftköder-Alarm in Nürnberg: Schon vor über einem Monat hat Laura B. das erste Mal einen der "Klumpen" in der Nähe des Nordostbahnhofes im Neubaugebiet entdeckt. "Ich glaube, vier oder fünf Mal ist das jetzt schon passiert", erinnert sie sich. Zu Beginn nahmen Laura B. und ihr Mann die Situation nicht wirklich ernst, bis sich die Übergriffe häuften und die Angst um ihre beiden Freigänger-Katzen stieg.
"Die Klumpen haben eine fleischige Konsistenz, vielleicht Futter für Hunde oder Katzen", beschreibt das Paar die mutmaßlichen Giftköder. Dass die "Klumpen" kein Zufall sein können, habe mehrere Gründe: "Die werden immer von einer bestimmten Stelle des Zauns in unseren Garten geworfen - an die am schwersten einsehbare Stelle, an der auch immer eine unserer Katzen liegt. Der Zaun war auch schon mal angeschmiert." Außerdem sei es nun schon mehrere Male passiert, dass Laura B. und ihr Mann morgens derartige Klumpen in ihrem Garten in der Nähe des Nordostbahnhofes vorfanden.
Nürnberg: Paar findet mutmaßliche Giftköder im Garten
"Wir haben erstmal angefangen zu notieren, wann das passiert", erklärt Laura B. im Gespräch mit inFranken.de. Auch die Klumpen habe sie sich schon genauer angeschaut, aber nichts Auffälliges finden können. "Wobei da eine Laboranalyse auch mehr Ergebnisse bringen würde." Zuletzt fand das Paar am Dienstag (16. November 2021) mehrere Klumpen vor. "Wieder an derselben Stelle", sagt Laura B.
Video:
Für eine toxikologische Untersuchung war es jedoch indes schon zu spät, "die Proben sind zu vergammelt gewesen und lagen da bestimmt schon zwei oder drei Tage." Am Zaun hat das Paar kürzlich ein Hinweisschild angebracht. "Auch über eine Kamera haben wir schon nachgedacht." Wer hinter den "Klumpen" stecken könnte, können sich die beiden nicht erklären. "Wir haben schon ein oder zwei Beschwerden wegen der Katzen bekommen, weil sie ein neues Beet angegraben haben. Neue Beete sind für Katzen sehr verführerisch - da stand auch schon einmal ein Nachbar mit einem Beweisfoto vor der Tür", erinnert sich die Katzenbesitzerin.
Eigentlich sei es jedoch eine tolle Nachbarschaft: "Die Meisten lieben die Katzen. Im Sommer haben wir hier manchmal zehn Kinder im Garten sitzen, die mit den Katzen spielen." Auch die Polizei haben die beiden kürzlich eingeschaltet und die Nachbarschaft sowie über die sozialen Netzwerke über die mutmaßlichen Giftköder informiert. Eine Person habe sich auch schon gemeldet und von ähnlichen Erfahrungen aus derselben Straße in der Nähe des Nordostbahnhofes im Neubaugebiet berichtet.
Giftköder beunruhigen Tierbesitzer: Das rät die Polizei
Auf Anraten der Polizei sucht Laura B. nun jeden Morgen ihren Garten ab. Die Polizei habe ihr bereits zugesichert, eine toxikologische Untersuchung anzuordnen, sollte sich erneut ein frischer "Klumpen" finden lassen. Mehr könne man aktuell jedoch kaum machen, bestätigt auch Janine Mendel, Pressesprecherin der Polizei.
"Verständlicherweise sind Tierbesitzer da sehr sensibel und wir untersuchen die mutmaßlichen Köder schon oft. Grundsätzlich ist es aber auch so, dass die Untersuchungen sehr teuer sind und wir das deshalb nicht bei jedem mutmaßlichen Giftköder machen können", so Mendel. Vor allem, wenn sich Rückstände von Pulver oder Körnern finden lassen, sei eine Untersuchung jedoch meistens durch die Polizei abgedeckt.