Nach den Attacken auf wertvolle Gemälde durch Klimaaktivisten befindet das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg in Habachtstellung. Zu den Aktionen der "Letzten Generation" und Co. haben die Verantwortlichen eine klare Meinung.
- Germanisches Nationalmuseum Nürnberg äußert sich nach Gemälde-Attacken
- Sorge um Kulturgut - Museum pflegt "hohe Sicherheitsvorkehrungen"
- "Der falsche Weg": Sprecherin kritisiert Klimaaktivisten - unangemessene Mittel
Wertvolle Gemälde zu beschmutzen, ist jüngst zu einer beliebten Strategie von Klimaaktivist*innen geworden, um Aufmerksamkeit zu generieren. Bleibt es bei den vergangenen Fällen oder ist bereits ein weiteres Museum im Visier? Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg beherbergt Exponate aus 600.000 Jahren europäischer Kunst, Kultur und Geschichte. Besondere Wachsamkeit ist im Museum daher nötig.
"Kann sehr teuer werden": Germanisches Nationalmuseum gibt Einschätzung zu Gemälde-Beschädigungen
Mitte Oktober bewarfen Aktivist*innen der Klimaschutz-Protestgruppe "Letzte Generation" das Gemälde "Getreideschober" (1890) von Claude Monet im Potsdamer Museum Barberini mit Kartoffelbrei. Daneben wurde Vincent Van Goghs berühmtes Werk "Sonnenblumen" (1888) in der National Gallery in London zur Zielscheibe von Dosensupppe- durch die Organisation "Just Stop Oil" - um nur zwei Beispiele zu nennen.
Verglasungen verhinderten in den meisten Fällen dramatische Schäden. Jedoch könne auch Glas nicht hundertprozentig schützen - und auch die historischen Rahmen seien gefährdet, sagt die Pressesprecherin des Germanischen Nationalmuseums, Sonja Mißfeldt, gegenüber inFranken.de. Vor allem weltbekannte Gemälde stünden aufgrund des medialen Interesses im Visier der Protestierenden.
Mit jährlich über 435.000 Besuchenden zählt das Germanische Nationalmuseum zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Vor Ort lassen sich beispielsweise Werke von Anselm Feuerbach oder Ernst Ludwig Kirchner bestaunen. Die Folgen eines Anschlages hingen stark von dem betroffenen Material und dem beschädigenden Gegenstand beziehungsweise der Flüssigkeit ab. "Es kann wahnsinnig aufwendig sein, das Material wieder zu restaurieren. Das kann sehr teuer werden", betont Mißfeldt.
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"Wir haben das im Blick. Es gibt bei uns hohe Sicherheitsmaßnahmen, die wir auch anpassen, um die Kunstwerke zu schützen", sagt die Sprecherin des Nürnberger Museums. So dürften Gäste etwa Flüssigkeiten nicht in die Räumlichkeiten mitnehmen, Taschen bis zu einer gewissen Größe seien jedoch gestattet.
Nach einer Aktion in Den Haag wurden drei Aktivisten von "Jszt Stop Oil" zu zwei Monaten Haft verurteilt. Mißfeldt hat eine klare Meinung zu den Aktionen: "Für das Anliegen an sich haben wir natürlich Verständnis. Klimawandel geht uns alle an, aber ich finde diese Aktionen nicht in Ordnung. Es ist Sachbeschädigung und meiner Meinung nach der falsche Weg. Da besteht eine große Gefahr, dass Kulturgut zerstört wird und unwiderruflich weg ist."