Nürnberg: Bürgerentscheid zu Frankenschnellweg - das Ergebnis
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Nürnberg, Sonntag, 28. Juni 2026
Um die Ausbaupläne des Frankenschnellwegs gibt es seit vielen Jahren in Nürnberg Streit. Nach dem Bürgerentscheid herrscht Klarheit über die Meinung der Mehrheit.
"Sind Sie dafür, dass die derzeitigen Planungen und Maßnahmen (nach aktuellem Planfeststellungsverfahren) für den Ausbau des Frankenschnellwegs sofort gestoppt werden?", lautete die Frage des Bürgerentscheids am 28. Juni 2026. Die meisten stimmten Nein: Die Mehrheit der der rund 380.000 Wahlberechtigten in Nürnberg hat sich für den Ausbau des stauanfälligen Schnellwegs ausgesprochen.
"Der Trend ist nicht mehr umkehrbar", sagte Michael Ruf vom Wahlamt, als mehr als 240 von 253 Wahlbezirke ausgezählt waren. Seit vielen Jahren wird über den Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg debattiert.
Nach langen Streitigkeiten: Frankenschnellweg-Ausbau kommt
Die Stadt plant, die stauanfällige Verkehrsachse für etwa eine Milliarde Euro ohne Kreuzungen und mit einem 1,8 Kilometer langen Tunnel neu zu gestalten. Kritiker meinen, dass die Pläne zu teuer und nicht ausreichend seien. Als Frankenschnellweg wird der fränkische Teil der Autobahn 73 zwischen Feucht und Suhl in Thüringen bezeichnet. In Nürnberg endet die Autobahn, und der Verkehr muss durch das Stadtgebiet mehrere mit Ampeln geregelte Kreuzungen passieren, was oft zu langen Staus führt.
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Das Votum befriede einen Streit, der seit mehr als 30 Jahren in Nürnberg schwele, sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). "Wir werden jetzt die Planung, die wir haben, vorantreiben." Zusätzlich zu dem Tunnel sollen eine dritte Spur im Westen und weitere Lärmschutzwände entstehen. Der Ausbau des Frankenschnellwegs beschäftigte bereits mehrere Gerichte, wo die Gegner Niederlagen kassierten. Der Bürgerentscheid war für sie das letzte Mittel, das milliardenschwere Bauprojekt noch zu stoppen.
Das Ergebnis ist laut bayerischer Gemeindeordnung so bindend wie ein Beschluss des Stadtrats. Allerdings könnte es innerhalb eines Jahres durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden. "Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Michael Hauck von den Initiatoren des Bürgerentscheids. Die Initiative werde das Ergebnis aber akzeptieren.
Planung geht mit Hochdruck weiter - jahrelanger Bau steht bevor
Doch wie geht es nun konkret weiter? Die Pläne für den Ausbau stehen, ruhten in letzter Zeit allerdings. "Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben", sagte König. Die Stadtverwaltung habe diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten.
Nach Angaben der Stadt könnten die Bauarbeiten im Abschnitt West mit dritter Fahrspur und Lärmschutzwänden im Frühjahr 2027 beginnen. Danach - voraussichtlich 2030 - könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt.