Nürnberg: Baby im Waschbecken ertränkt - Mutter zu fünf Jahren Haft und psychiatrischer Unterbringung verurteilt
Autor: Agentur dpa
Nürnberg, Montag, 26. Juni 2023
Das Nürnberger Gericht beschäftigt sich mit einem erschreckenden Fall: Einer 27-Jährigen wird vorgeworfen, ihre Tochter umgebracht zu haben. Das Mädchen wurde nur wenige Monate alt. Nun ist ein Urteil gefallen.
Update 26.06.2023, 17.30 Uhr: Baby im Waschbecken ertränkt - Urteil gegen Mutter gefallen
Weil eine junge Frau ihr Baby in Mittelfranken ertränkt hat, ist sie wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt worden und bleibt in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das Landgericht in Nürnberg sah es am Montag als erwiesen an, dass die 27-Jährige im vergangenen Juni ihre etwa vier Monate alte Tochter im Badezimmer ihrer Wohnung getötet hat. Danach schnitt sie sich die Pulsadern auf und rief den Rettungsdienst. Vor Gericht hatte sie die Tat gestanden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Die junge Frau litt nach ihrer Geburt an einer Depression. Deshalb sei sie nach Ansicht der Kammer bei der Tat erheblich vermindert schuldfähig gewesen, erläuterte eine Justizsprecherin. Sie soll deshalb in einem psychiatrischen Krankenhaus bleiben, bis die Behandlung abgeschlossen sei. Danach könne entschieden werden, ob die mögliche restliche Haftzeit zur Bewährung ausgesetzt werde.
Ursprungsmeldung: Baby im Waschbecken ertränkt: Junge Mutter soll eigene Tochter getötet haben
Eine junge Frau soll ihr Baby in Mittelfranken in einem Waschbecken ertränkt haben. Deshalb muss sie sich seit Mittwoch (14. Juni 2023) vor dem Landgericht in Nürnberg wegen Totschlags verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 27-Jährigen vor, ihre etwa vier Monate alte Tochter im Juni im Badezimmer ihrer Wohnung getötet zu haben. Anschließend soll sie sich die Pulsadern aufgeschnitten und den Rettungsdienst gerufen haben.
Der Anklage zufolge litt die Frau nach der Geburt an einer depressiven Störung. Eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme deshalb in Betracht. Dort befindet sich die Angeklagte bereits vorübergehend seit ihrer Festnahme.
Mutter wegen Totschlags an ihrem Baby in Nürnberg vor Gericht
Am ersten Prozesstag äußerte sich die Deutsche nach Angaben einer Gerichtssprecherin nicht zu den Vorwürfen. Die Verteidigung hatte zuvor beantragt, dass die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen wird. Das lehnte die Kammer aber ab. Am Nachmittag sollten Polizeibeamte als Zeugen aussagen.
In dem Prozess ist auch ein psychiatrischer Gutachter anwesend. Er soll einschätzen, inwieweit die Angeklagte schuldfähig ist und ob es notwendig ist, diese weiterhin in einer psychiatrischen Klinik zu behandeln.