Nürnberg zeigt Bilder von Kriegsfotograf - Ausmaß der Zerstörung wird deutlich: Mit der Schau „Krieg und Frieden – Fotografien von Ewgenij Chaldej“ zeigt das Memorium Nürnberger Prozesse vom 23. April bis 20. Juni 2021 seine erste Wechselausstellung. Zu sehen sind Aufnahmen des sowjetischen Fotografen Ewgenij Chaldej von den Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs und dem Nürnberger „Hauptkriegsverbrecherprozess“ – sofern die Coronabeschränkungen den Einlass von Publikum erlauben. Das teilt die Stadt Nürnberg mit.

Die Präsentation eröffnet den Cube 600 in der Fürther Straße 104, mit dem das Haus erstmals eine eigene Wechselausstellungsfläche erhält. Möglich wurde dies durch den Umbau einer ehemaligen Werkstatt gegenüber dem Memorium Nürnberger Prozesse. Eröffnet wird die erste Schau im Cube 600 am Donnerstag, 22. April 2021, um 19 Uhr mit einer digitalen Veranstaltung.

Nürnberg: Bilder zeigen, wie zerstörerisch der Krieg wirklich war

Ewgenij Chaldej (1917-1997) zählt zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder bezeugen das verheerende Ausmaß des Zweiten Weltkriegs sowie die Bemühungen um Aufarbeitung und Neubeginn in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Als Kriegsfotograf der Roten Armee dokumentierte Chaldej verschiedene Schauplätze des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion, den Vormarsch der Roten Armee und die Einnahme von Städten wie Budapest und Wien.

Weltbekannt machte ihn seine Aufnahme vom Hissen der sowjetischen Flagge auf dem Berliner Reichstag 1945. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt er den Auftrag, nach Nürnberg zu reisen und die Stadt sowie den „Hauptkriegsverbrecherprozess“ zu fotografieren. Die Stadt Nürnberg erinnert mit 30 Aufnahmen Chaldejs an den 76. Jahrestag des Kriegsendes. Sechs Farbfotografien des sowjetischen Fotografen Nikolai Petrow aus dem Russischen Staatsarchiv für Film- und Fotoaufnahmen, Krasnogorsk, ergänzen die Ausstellung und  verdeutlichen die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs in der von Luftangriffen zerstörten Stadt Nürnberg.

Alle Texte und Beschriftungen sind auf Deutsch, Englisch und Russisch verfügbar. Sofern die Bestimmungen während der Corona-Pandemie es erlauben, ist die Ausstellung jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dienstags ist geschlossen. Aktuelle Infos zur Öffnung der Museen gibt es jederzeit online unter museen.nuernberg.de.

Der Eintritt ist frei, Wechselausstellungen können unabhängig von der kostenpflichtigen Dauerausstellung des Memoriums besucht werden. Die Ausstellung entstand in Kooperation zwischen der Stadt Nürnberg und der Russischen Föderation und wurde vom Memorium Nürnberger Prozesse kuratiert. Die Fotografien sind Leihgaben der Tochter des Fotografen, Anna Y. Chaldej. Unterstützt wurde die Ausstellung von LOYS, Attorneys at law, und gefördert von Denis Puchkov.

Nürnberg: Memorium Nürnberger Prozesse zeigt ausgewählte Fotos vom Krieg

Die Wechselausstellung eröffnet am Donnerstag, 22. April 2021, um 19 Uhr mit einer digitalen Veranstaltung via Zoom. Grußbotschaften senden Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, und Sergej J. Netschajew, russischer Botschafter in Deutschland. Der neue Leiter des Memoriums, Dr. Imanuel Baumann, eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort.

In einem digitalen Kuratorenvortrag spricht anschließend Steffen Liebscher, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Memoriums Nürnberger Prozesse, über Ausstellung und Konzeption und zeigt ausgewählte Werke. Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird digital über den Besprechungsdienst Zoom übertragen. Zur Teilnahme ist eine E-Mail an memorium@stadt.nuernberg.de erforderlich, damit ein Link zur Veranstaltung zugeschickt werden kann. Eine Registrierung bei Zoom oder das Herunterladen der App sind nicht nötig.