Nürnberg: Aus Asservatenkammer geklaut - Polizeibedienstete zu Haft verurteilt
Autor: Alexander Milesevic, Redaktion
Nürnberg, Sonntag, 28. Juni 2026
Aus der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums Mittelfranken verschwinden fast 200.000 Euro. Insgesamt soll eine Frau sechsmal zugegriffen haben, aber auch ihr Ex-Freund spielte eine Rolle.
Update vom 28.06.2026: Griff in Asservatenkammer: Haft für Polizeibedienstete
Eine ehemalige Polizeiangestellte ist einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden, weil sie sich aus der Asservatenkammer mit Bargeld bedient hatte. Insgesamt habe die Frau fast 200.000 Euro an sich genommen, urteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung der geständigen Angeklagten hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.
Der Ex-Freund der Frau, der einen Teil des Geldes zeitweise für sie aufbewahrt hatte, wurde vom Gericht zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. 126.000 Euro sind bereits wieder in der Hand des Staates. Weitere 66.000 Euro muss die Frau noch abstottern.
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Das Gericht würdigte zwar das Geständnis der Frau, wies in seinem Urteil jedoch auch darauf hin, dass sie nicht nur das Vertrauen ihres Arbeitgebers missbraucht habe, sondern als Polizeibedienstete auch das Vertrauen der gesamten Bevölkerung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Tat nach Feierabend von Kollegen
Die Polizeiangestellte hatte in der Asservatenkammer Dienst getan. Nach Feierabend ihrer beiden Kollegen nahm sie sich dem Urteil des Landgerichts zufolge den Tresorschlüssel und bediente sich an den im Panzerschrank verwahrten Beuteln mit Bargeld. Die Scheine stammten aus anderen Straftaten, etwa aus Rauschgift- und Geldwäschegeschäften.
Ursprungsmeldung vom 23.06.2026: Geld aus Asservatenkammer verschwunden - steckt eine Polizeibedienstete dahinter?
Eine frühere Polizeiangestellte hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zugegeben, sich regelmäßig aus der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums Mittelfranken bedient zu haben. Insgesamt soll die Frau laut Anklage der Staatsanwaltschaft fast 200.000 Euro entwendet haben. Die aufbewahrten Banknoten stammten aus aufgeflogenen Betäubungsmittelgeschäften, Menschenhandel und Geldwäsche.
Laut einer von ihrem Verteidiger verlesenen Erklärung habe sie selbst gar nicht mehr genau gewusst, wie viel Geld sie tatsächlich aus dem Safe entnommen hatte. Die Diebstähle wurden entdeckt, als die Asservate an die Staatsanwaltschaft übergeben werden sollten und nicht mehr auffindbar waren.
Die Frau befindet sich seit September in Untersuchungshaft und muss sich wegen Diebstahls und Geldwäsche verantworten. Ihr damaliger Lebensgefährte ist ebenfalls angeklagt. Er soll einen Großteil des Geldes für sie aufbewahrt haben und sitzt wegen Geldwäsche auf der Anklagebank.