Nürnberg: Archäologie-Hunde suchen erneut nach Heidi D. - Postbotin seit 2013 vermisst
Autor: Isabel Schaffner
Nürnberg, Mittwoch, 29. Juni 2022
In den Nürnberger Wäldern sind nach vier Jahren sogenannte Archäologie-Hunde erneut auf die Suche nach der vermissten Heidi D. gegangen. Sie sind in der Lage, menschliche Knochen in mindestens 14 Metern Tiefe aufzuspüren. Die Frau wird seit 2013 vermisst.
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- Hund Flint erfolgreich seit 2015 - Leiter erinnert sich an außergewöhnliche Fälle
Seit 2013 wird die Postbotin Heidi D. aus Nürnberg-Fischbach vermisst. Etliche Versuche, den Fall aufzuklären, brachten bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Nach vier Jahren Pause lag die Hoffnung ihrer beiden Schwestern erneut auf Hunden, die menschliche Knochen aufspüren können. Obwohl Hund Flint bereits 33 Cold-Case-Fälle gelöst hat, ist für den Leiter und Gründer der Archaeo-Docs Dietmar Kroepel der Ausgang enttäuschend.
Archäologie-Hunde suchen Nürnberger Wald nach Heidi D. ab - "wollte es gerne zu Ende bringen"
Heidi Ds. Schwestern Petra Prado und Stephanie Pangerl geben die Hoffnung nicht auf, den Vermisstenfall aufzuklären. inFranken.de berichtete 2018 von dem Fall und der letzten Suchaktion der Archäologie-Hunde. Flint und seine ausgebildeten Artgenossen können menschliche Knochen in 14 Metern Tiefe und etwa 400 Meter weit entfernt aufspüren, erklärt Kroepel inFranken.de am Mittwoch (29. Juni 2022).
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2018 war unter anderem die Kriminalpolizei beteiligt. Die jetzige Suche lief privat ab. "Die beiden Schwestern haben noch einmal einen Tipp bekommen, dass in einem Nürnberger Waldgebiet etwas sein könnte", so Kroepel. "Sie haben mich kontaktiert und ein paar Wochen später, am 18. Juni, bin ich mit Flint und zwei weiteren Hunden hingefahren und habe die drei Stellen abgesucht." Die erste Fläche sei 300 mal 50 Meter, die zweite 200 mal 50 Meter und die dritte 20 mal 20 Meter groß gewesen.
"Wegen der Hitze war es wichtig, dass sich die Hunde ablösen können." Sie hätten allerdings nichts Verdächtiges aufspüren können. Kroepel hätte es sich für die beiden Schwestern gewünscht. "Ich wollte es gerne zu Ende bringen, mir taten die Schwestern Leid." Flint und die beiden anderen Hunde gehören zur speziellen Abteilung "Cold Case Caniden". Zwei Jahre dauere die Ausbildung zu einem Archäologiehund und weitere zwei Jahre für den Bereich Cold Case.
Leiche zwischen zwei Keltengräbern sei eine der vielen Erinnerungen
"Archäologie ist wie ein Labor. Es gibt einen speziellen Bereich, in dem festgestellt werden soll, ob etwas unter der Erde ist, oder nicht. Cold-Case-Fälle finden in der wirklichen Welt statt. Hier spielen das Wetter und die Bodenformationen eine Rolle. Es ist eine richtig kriminalistische, aufwendige Arbeit." Auch als Mensch brauche man jahrelanges Training. Kroepel führe die Tätigkeit nebenberuflich am Wochenende aus.
Flint habe von 39 Cold Cases 33 aufgespürt und daneben hunderte Archäologiefunde hinter sich. Kroepel erinnert sich beispielsweise an eine gehäckselte Leiche, "die 20 Meter verteilt war und der Hund immer nur auf 20 Metern und nie genau angezeigt hat". Eine weitere Leiche lag zwischen zwei Keltengräbern, wobei die Schwierigkeit lag, "die Frische zu finden." Dietmar Kroepel ist bereit, weiteren Hinweisen nach Heidi D. nachzugehen. Alle Kontaktinformationen finden sich auf der Webseite der Archaeo-Docs.