Dritte Corona-Welle trifft Großraum NürnbergIn den Krankenhäusern des Großraums Nürnberg werden derzeit 154 Corona-Patienten und Verdachtsfälle stationär auf Normalstationen behandelt. Weitere 60 Patienten und vier Verdachtsfälle befinden sich auf Intensivstationen. Diese Patienten werden immer jünger, berichtet die Stadt Nürnberg inFranken.de.

"Die Intensivstationen sind insgesamt stark ausgelastet", erklärt die Stadt. Man rechne in nächster Zeit mit noch höheren Zahlen, da sich ein Anstieg der Inzidenzwerte zeitversetzt in der Belegung der Krankenhäuser bemerkbar mache. Die Krankenhausversorgung sei laut den Ärztlichen Leitern Krankenhauskoordinierung insgesamt aber gewährleistet

Großraum Nürnberg: Corona-Patienten auf Intensivstationen werden jünger

Eine besondere Entwicklung, die die dritte Infektionswelle mit sich bringt, ist das sinkende Alter der Intensivpatienten. "Wir haben einen positiven Impfeffekt", erklärt Carmen Brückner, Pressesprecherin des Klinikum Fürth. Bei den Covid-19 Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden, handle es sich seltener um über 80-Jährige.

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Das Alter der Patienten liegt laut Brückner meist zwischen 45 und 75 Jahren. Bei diesen jüngeren Intensivpatienten sei dann aber die Liegezeit etwas länger, da sich bei älteren Patienten schneller entscheide, ob sie wieder genesen oder versterben. Dieses sinkende Alter bei Intensivpatienten bestätigt auch Sabine Stoll, Pressesprecherin des Klinikums Nürnberg. Das Klinikum Nürnberg teilt den Eindruck, dass mittlerweile vermehrt jüngere Menschen mit Corona erkranken. 

Einen weiteren Anstieg der Fallzahlen können beide Kliniken derzeit noch bewältigen. "Wir passen die Zahl der Covid-Intensivbetten dem Bedarf an und können die Anzahl entsprechend hochfahren", erklärt Stoll. Auch im Klinikum Fürth könne man bei Bedarf nach einem Stufenplan die Intensivbetten aufstocken. Laut der Stadt Nürnberg sind derzeit zehn freie Intensiv-Beatmungsplätze und 66 freie Normalstationsbetten für Covid-19 Patienten gemeldet. 

Corona-Lage im Klinikum Fürth: "Die Zahlen klettern auch bei uns nach oben"

Im Klinikum Nürnberg  werden momentan 19 an Corona erkrankte Patienten auf der Intensivstation behandelt. 61 Corona-Patienten werden auf Normalstationen betreut, dazu kommen 20 Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung besteht. Die Fallzahlen am Klinikum sind zunächst stabil. Vor zwei Wochen (am 9. März 2021) verzeichnete das Krankenhaus 83 Covid-19-Patienten und 13 Verdachtsfälle. Klar ist aber: "Die Prognosen für die dritte Welle lassen leider nichts Gutes erwarten." Die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter sei enorm. Die Tatsache, dass am Klinikum Nürnberg mittlerweile rund 4900 Beschäftigte geimpft wurden, bringt laut Stoll aber ein wenig Erleichterung. 

Ähnlich ist die Situation im Klinikum Fürth. Pressesprecherin Brückner erklärt, man sei von der Hochphase im Januar noch weit entfernt. Trotzdem findet sie deutliche Worte: "Die Zahlen klettern auch bei uns nach oben." Im Fürther Klinikum werden derzeit 17 Corona-Patienten auf der Normalstation und acht auf der Intensivstation behandelt. 

Das St. Theresien Krankenhaus in Nürnberg appelliert wegen der steigenden Infektionszahlen an die Vernunft der Menschen. Das Krankenhaus bittet die Bürger darum, sich an die Corona-Regeln zu halten. "Wir können keine Notbremse ziehen. Wir haben auch keine 'Ruhephase' über Ostern. Wir machen weiter, Tag für Tag und Nacht für Nacht", schreibt das Krankenhaus in einem Facebook-Post. "Nur wenn die Infektionszahlen zurückgehen, haben auch wir mal Luft. Jedes Bett, das mit Covid-Infizierten belegt ist, fehlt anderen Kranken. Deshalb schränkt bitte eure Kontakte ein, tragt Maske und haltet Abstand. Schaut nicht auf die vielen Regelungen - schaut auf euer eigenes Verhalten, wir haben es selbst in der Hand."

Mehr Informationen zu den aktuellen Corona-Beschlüssen: Bund und Länder haben sich nach stundenlanger Beratung auf einen besonders harten Lockdown über die Osterfeiertage geeinigt. Wie werden die Beschlüsse in Bayern umgesetzt? Ministerpräsident Söder äußerte sich dazu in einer Pressekonferenz.